Dominik Koll, David Brandl und Markus Rogan zitterten. Sekunden später war die österreichische Schwimm-Staffel Besitzer einer Bronze-Medaille. Foto: Diener
Dominik Koll, David Brandl und Markus Rogan zitterten. Sekunden später war die österreichische Schwimm-Staffel Besitzer einer Bronze-Medaille. Foto: Diener

Der Wiener war bereits vor dem 4x200-Meter-Finale schwer beschäftigt. Über seine Paradestrecke (200 Meter Rücken) war er wenige Minuten zuvor zu EM-Gold und damit zu seiner 25. internationalen Medaille geschwommen. Die Siegerehrung war unmittelbar vor dem Staffel-Endlauf angesetzt, da kann es eben schon vorkommen, dass man ein bisserl zu spät kommt.

Dass Rogan mit Stress umzugehen weiß, bewies er aber eindrucksvoll, als er nach Koll als Zweiter ins Becken sprang und den Grundstein zu der aus österreichischer Sicht größten Sensation der Titelkämpfe in Eindhoven legte.

Jahre, jahrzehntelang war Österreichs Schwimmverband nicht mit einer Staffel bei großen Veranstaltungen vertreten gewesen. Im Vorjahr wurde dann mit Blickrichtung Peking eine 4x200-Meter-Kraulstaffel gebildet, die bei der WM in Melbourne 2007 über den 17. Platz nicht hinauskam.



Starkes Kollektiv


Nun hat Österreich am Sonntagabend nicht nur aller Voraussicht nach den Sprung nach Peking geschafft, sondern völlig überraschend hinter Italien und Russland Bronze geholt. "Wir haben damit gezeigt, dass Österreich nicht nur starke Individual-Schwimmer hat. Wir sind auch ein starkes Kollektiv", sagte Jukic, der als Schlussschwimmer die Medaille gesichert hatte. Die Rekord-Zeit von 7:13,99 Minuten hätte vor einem Jahr noch bequem für das WM-Finale gereicht.

War das zweite Gold von Markus Rogan am Sonntag einigermaßen erwartet worden, glaubten nur die Wenigsten in der heimischen Delegation an eine Medaille in der Staffel. Umso größer war dann die Freude nach dem Rennen über Bronze.



Jukic gewinnt Silber


Sollte Österreich, wovon auszugehen ist, bis zum 31. Mai nicht mehr von den vier noch freien Olympia-Plätzen verdrängt werden - derzeit hält die ÖSV-Staffel die schnellste Zeit -, wird das heimische Schwimm-Team in Peking das größte aller Zeiten sein und elf Athleten umfassen. Vor vier Jahren waren sechs Schwimmer in Athen.

Nach der Silbernen von Mirna Jukic am Samstag über 200 Meter Brust ließen die zwei Medaillen vom Sonntag Österreich im Medaillenspiegel auf Rang fünf klettern, noch vor Schwimm-Nationen wie Schweden und Ungarn. Daran muss man sich erst gewöhnen.