Die Houston Astros (im Bild: Carlos Correa) hoffen im Finale auf viele Homeruns. - © USA Today/Kamin-Oncea
Die Houston Astros (im Bild: Carlos Correa) hoffen im Finale auf viele Homeruns. - © USA Today/Kamin-Oncea

Los Angeles. Hundstage im Oktober, das ist für südkalifornische Verhältnisse an und für sich nichts Ungewöhnliches; aber was sich dort diesbezüglich seit dem Wochenende im Allgemeinen und im Großraum Los Angeles im Besonderen abspielt, schlägt trotzdem dem Fass den Boden aus. Gestern Nachmittag (17 Uhr Ortszeit, 2 Uhr morgens MESZ) ging im Dodger Stadium zu Los Angeles, Kalifornien, das erste von maximal sieben Finalspielen um die nordamerikanische Weltmeisterschaft im Baseball über die Bühne. Die heimischen Dodgers empfingen die Houston Astros, und bereits im Vorfeld stand fest, dass es in der 114-jährigen Geschichte der Major League Baseball (MLB) ein Aufeinandertreffen unter derart extremen Rahmenbedingungen noch nie gegeben hatte.

Bis zu 40 Grad zeigte das Thermometer selbst noch spät am Tag, und als ob die extreme Hitze, gepaart mit einem beeindruckenden Grad an nicht vorhandener Luftfeuchtigkeit, noch nicht reichen würde, bliesen den Spielern auch noch die legendären Santa-Ana-Winde um die Ohren. Letztere tragen den Spitznamen "Teufelswinde" nicht umsonst. Um diese Jahreszeit zeichnen die Santa Anas von jeher und ganz ohne Unterstützung durch den Klimawandel für jene Art von Waldbränden verantwortlich, die Menschenleben kosten. Gewöhnungsbedürftig umreißt die Ausgangslage entsprechend nur unzureichend, aber das muss der amerikanische Sportlerkörper aushalten, dafür wird er bezahlt und in der Regel gut.

Guggenheim krempelte um


Als Favoriten gehen die Dodgers in die World Series, und das nicht nur, weil sie an das harsche Wetter gewohnt sind. Abgesehen von einem beeindruckenden Lauf während der regulären Saison, in dem die Mannschaft von Chefcoach David Ray "Dave" Roberts in der National League West reihenweise die Rekorde purzeln ließ, stellt das Erreichen des Baseball-Olymps für sie auch so etwas wie den vorläufigen Schlusspunkt einer von langer Hand geplanten Entwicklung dar. Rund fünf Jahre ist es her, dass die Finanzgruppe Guggenheim Partners den Klub übernahm und in einer Qualität umkrempelte, dass der Rest der Liga nur so staunte. Öffentlich angeführt von Lichtgestalten wie der Lakers-Ikone Irvin "Magic" Johnson hatten es sich die Guggenheim-Leute von Anfang an zum Ziel gesetzt, der globalen, aber jahrelang unter Misswirtschaft leidenden Marke Dodgers wieder jene Art von Glanz zu verleihen, der auch in Übersee den millionenfachen Verkauf von Kappen und Leiberl anfacht. Die Basis dafür lieferte das Produkt freilich selbst.