Wien. Tennis-Größe Dominic Thiem steht zum fünften Mal im Achtelfinale des ATP-Tennisturniers in Wien. Der 24-Jährige feierte am Dienstagabend beim Erste Bank Open als Nummer zwei gesetzt einen 6:4,6:3-Auftaktsieg gegen den 20-jährigen Russen Andrej Rublew. Um sein zweites Wien-Viertelfinale nach 2013 spielt der Weltranglisten-Sechste am Donnerstag gegen den Franzosen Richard Gasquet.

Damit stehen zwei Lokalmatadore in der zweiten Runde. Dennis Novak hatte sich am Nachmittag als Qualifikant gegen den Italiener Thomas Fabbiano 7:6(4),7:5 durchgesetzt. Der steirische Wildcard-Spieler Sebastian Ofner blieb hingegen danach mit 3:6,4:6 am Franzosen Lucas Pouille hängen. Novak spielt am Donnerstag erstmals auf der Tour gegen den Briten Kyle Edmund, der davor den Spanier David Ferrer, Wien-Sieger 2015, mit 6:2, 7:6 ausgeschaltet hatte. Thiem liegt gegen Gasquet im Head-to-Head 0:1 zurück.

Novak war erst am Freitag in die Qualifikation gekommen. Sein Sieg am Dienstag ist sein dritter Hauptfeldsieg auf der ATP-Tour und der erste in Wien. Dass er Fabbiano in der letzten Qualifikationsrunde schon besiegt hatte, sei Vor- und Nachteil zugleich gewesen, sagte der 24-Jährige. Natürlich sei der Druck größer gewesen, "weil ich ein bisschen von mir erwartet habe, dass ich ihn noch einmal schlagen kann". Andererseits habe er aber auch gewusst, was er vielleicht noch besser machen könne, sagte Novak.

Marach will Punkte sammeln

Im Doppel will Oliver Marach gemeinsam mit seinem Partner Mate Pavić möglichst viele Punkte sammeln. Der Steirer blickt auf ein verletzungsreiches Jahr zurück, ist mit dem Kroaten in der vorletzten Qualifikationswoche aber trotzdem noch gut im Rennen um ein Ticket für das World-Tour-Finale in London.

In der vergangenen Woche in Stockholm hat das Duo dieses Vorhaben optimal umgesetzt, es holte beim ATP-250-Turnier seinen ersten gemeinsamen Titel. Aber weniger der Turniersieg als vielmehr die Leistungen in den letzten beiden Stockholm-Matches würden laut Marach Zuversicht geben. "Wenn wir das mehrere Matches schaffen, mehr Selbstvertrauen haben, trauen wir uns mehr zu." Das wird in der Wiener Stadthalle vonnöten sein. Denn zum Auftakt geht es am Mittwoch gleich gegen die niederländisch-rumänische US-Open-Sieger-Paarung Jean-Julien Rojer/Horia Tecau.

Mit den topgesetzten Wimbledon-Siegern Lukasz Kubot/Marcelo Melo - Wien-Sieger der vergangenen beiden Jahre - den US-Stars Bob und Mike Bryan, die am Dienstagabend gegen die Österreicher Philipp Oswald und Alexander Peya spielten (6:4, 2:6, 10:6) sowie Jamie Murray/Bruno Soãres, den US-Open-Siegern 2016, sind vier der für London qualifizierten Paare die in Wien Gesetzten.

Gemeinsame Zukunft gesichert

Marach nimmt es aber, wie es kommt. "Ich habe Mate gesagt, wir müssen uns das erarbeiten", erklärte der Familienvater. "Wir haben auf jeden Fall eine super Saison gehabt. Wenn wir das ganze Jahr gespielt hätten, wären wir sicher beim Masters." Das verhinderten aber Blessuren beider, Marach etwa stieg deswegen erst im März in die Saison ein. Seit August plagen Marach nun Knieprobleme, eine Patellarsehnenentzündung. Derzeit gehe es aber etwas besser. "Das Problem ist, dass ich pausieren sollte", erläuterte der 37-Jährige. Die London-Chance hält ihn aber auf der Tour. "Ich kann es nur entschärfen, viel stretchen, zum Physio gehen. Wenn das Turnier vorbei ist, Akupunktur-Nadeln stechen. Ich spiele mit viel Voltaren die ganze Zeit." Im Match sei er fast schmerzfrei, danach aber nicht. "Es ist störend im Kopf - eine Schutzfunktion vom Körper her, dass ich vielleicht ein, zwei Schritte nicht mache." Nach der Saison wolle Marach zur Reha fahren, den Körper fit machen. Denn 2018 will er von Neuem angreifen. "So wie das Jahr heuer gelaufen ist, werde ich sicher ein, zwei Jahre anhängen. Aber dafür muss ich fit sein. Ich habe eine super Saison gehabt, aber körperlich war es nicht perfekt." Fix ist für das in Wimbledon im Finale im fünften Satz knapp unterlegene Gespann seit einiger Zeit, dass es auch 2018 gemeinsam spielt.