• vom 05.01.2018, 10:00 Uhr

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"Alle drehten durch"




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  • Auf die Buffalo Bills wartet bei ihrem ersten K.o.-Spiel seit 1999 ein alter Bekannter.

Diesmal waren die Buffalo Bills (l. Marcus Murphy) auf dem Weg in die Play-offs nicht zu stoppen. - © Steve Mitchell/USA Today Sports

Diesmal waren die Buffalo Bills (l. Marcus Murphy) auf dem Weg in die Play-offs nicht zu stoppen. © Steve Mitchell/USA Today Sports

Jacksonville/Buffalo. (art) Als die Buffalo Bills das bisher letzte Mal in den Play-offs der National Football League standen, war Bill Clinton noch US-Präsident und Twitter noch lange nicht erfunden. In den vergangenen Tagen aber füllte sich der bevorzugte Nachrichtenkanal seines Nach-Nach-Nachfolgers nicht nur mit Postings von Donald Trump - in denen dieser wahlweise den Klimawandel leugnet oder Nordkorea mit einem Atomkrieg droht -, sondern auch mit Jubelbildern und Videos der Bills: Man sieht erwachsene Männer, wie sie johlend herumhüpfen und/oder sich weinend in den Armen liegen. Die Footballmannschaft aus dem sportverrückten Buffalo hatte es tatsächlich geschafft, hat die längstwährende Play-off-Durststrecke in einer der großen Sportligen überhaupt beendet und sich das erste Mal seit 1999 für die K.o.-Runde qualifiziert. Dass sie es in dieser nun in den Wild-Card-Spielen am Wochenende mit den Jacksonville Jaguars, damit ihrem Ex-Coach Doug Marrone (und einigen anderen alten Bekannten) zu tun bekommen, verstärkt die Brisanz.

In den Stunden nach dem Triumph in der Silvesternacht wollte man sich damit vorerst noch nicht beschäftigen. Zu groß war der Jubel, zu freudig der Empfang, als unzählige Fans in den frühen Morgenstunden bei Eiseskälte am heimatlichen Flughafen auf die aus Miami rückkehrenden Bills warteten. "Es ist so emotional. Niemand hat diesem Team heuer eine Chance gegeben. Aber die Fans haben uns das ganze Jahr über unglaublich unterstützt", sagte Head Coach Sean McDermott.


Chicken Wings und Spenden
Dass es nicht nur der 22:16-Sieg gegen die Dolphins war, die seiner Mannschaft den auch von Experten nicht erwarteten historischen Aufstieg ermöglicht hatte, sondern auch der in letzter Minute erzielte Sieg der Cincinnati Bengals über die Baltimore Ravens, hat man in Buffalo allerdings auch nicht vergessen. Der Verein schickte Chicken Wings nach Cincinnati, Bills-Fans spendeten hohe Summen an die Foundation von Bengals-Quarterback Andy Dalton, die sich für schwer kranke Kinder einsetzt. "Alle drehten durch", berichtete Bills-Verteidiger Kyle Williams aus der Kabine, wo die Spieler die letzten dramatischen Minuten des anderen Spiels verfolgt hatten.

"Vergangen ist vergangen"
Es war keine gewöhnliche Woche für ihn und seine Mannschaft, und doch will man nun nicht den Fehler begehen, den Fokus zu verlieren. "Die Art, wie wir uns vorbereiten, ändert sich nicht. Wir legen alles, was wir haben, in dieses Spiel", sagte Williams. Schließlich gilt Jacksonville trotz zuletzt zweier Niederlagen als leichter Favorit, zumal die Bills um Running Back LeSean McCoy bangen. Er hat sich zuletzt am Knöchel verletzt, über einen möglichen Einsatz will McDermott erst am Spieltag entscheiden. Ebenso wenig will man sich vom Drumherum, von den Geschichten über Jacksonville-Coach Marrone ablenken lassen. Dieser hatte die Bills zwei Jahre lang trainiert, hatte sie 2014 mit 9:7 Siegen erstmals seit zehn Jahren zu einer positiven Bilanz geführt - und sie dann verlassen. Er habe die Mannschaft im Stich gelassen, weil er einen höher dotierten Vertrag erpressen wollte, lautet die eine Lesart, er habe Sorge um den Klub nach dessen Kauf durch die Familie Pegula gehabt, die freundlichere. Marrone selbst will nicht über das Gewesene sprechen. "Die Vergangenheit ist die Vergangenheit", sagte er. "Ich freue mich für Buffalo. Sie haben es verdient, hier zu stehen, genauso wie wir es verdient haben. Aber mein Fokus liegt auf meinem Team. Es ist mein Job, mein Team zu coachen. So einfach ist es."




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Dokument erstellt am 2018-01-04 16:47:06


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