• vom 16.01.2018, 16:36 Uhr

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  • Tennis-Ass Dominic Thiem bekommt es nach seinem souveränen Auftaktsieg bei den Australian Open mit Denis Kudla zu tun - auch die anderen Topspieler überzeugten.

Als es Abend wurde über Melbourne, war Dominic Thiem (l.) hellwach. - © Vincent Thian/ap

Als es Abend wurde über Melbourne, war Dominic Thiem (l.) hellwach. © Vincent Thian/ap

Melbourne. (art) Für Dominic Thiem hieß es erst: Bitte warten. Weil sich die vor seiner Partie gegen den Argentinier Guido Pella angesetzten Matches in die Länge zogen, wurde sein Erstrundenspiel bei den Australian Open quasi zur Night-Session. Doch der Österreicher ließ sich davon ebenso wenig beirren wie von der eben erst überstandenen Verkühlung, der Tatsache, dass er im vergangenen Halbjahr nur selten sein bestes Tennis zeigen konnte und der schlechten Bilanz gegen Pella. Nach zwei Zweisatz-Niederlagen in zwei Duellen entschied er das bisher wohl wichtigste klar für sich: 6:4, 6:4, 6:4 lautete das Resultat, mit dem sich der Weltranglistenfünfte sein Ticket für die zweite Runde sicherte. Dort bekommt er es am Donnerstag mit dem US-Qualifikanten Denis Kudla zu tun, der sich etwas überraschend in vier Sätzen gegen seinen Landsmann Steve Johnson durchgesetzt hat.

Mit seinem ersten Auftritt war Thiem naturgemäß zufrieden, vor allem, dass er "eigentlich alle engen Games, alle engen Punkte" für sich entscheiden konnte, gibt ihm Selbstvertrauen für den weiteren Verlauf seines 17. Grand-Slam-Turniers. Die bisherigen Höhepunkte waren die French-Open-Halbfinali 2016 und 2017, in Melbourne erreichte er im Vorjahr zum bisher einzigen Mal das Achtelfinale. Seitdem schaffte er es bei allen Majors in die zweite Woche - als Ziel oder gar Minimalziel will er das diesmal aber nicht ausrufen, sagte er schon vor dem Turnierstart. Vielmehr erinnerte er daran, dass er bis zum Halbfinale beim Vorbereitungsturnier in Doha, vor dem er wegen einer Erkrankung aufgeben musste, "ewig nicht mehr gut gespielt habe in einem Turnier". Deshalb wolle er nun einfach wieder gutes Tennis zeigen. "Die Ergebnisse kommen dann eh von alleine."


Starke Rückkehrer
Im Normalfall sollte aber zumindest Kudla kein Stolperstein für den Niederösterreicher werden. Der 25-Jährige liegt aktuell in der Weltrangliste auf Platz 190 und kam in Melbourne noch nie über die zweite Runde hinaus. Doch was kann bei diesem Turnier, das bei Herren wie Damen in Abwesenheit der beiden Topstars Andy Murray und Serena Williams so viele Unwägbarkeiten bereit hält wie kaum je zuvor, schon als normal angenommen werden? Die beiden Vorjahresfinalisten Roger Federer und Rafael Nadal, die beide souveräne Auftaktsiege feierten - Titelverteidiger Federer setzte sich am Dienstag gegen Aljaz Bedene mit 6:3, 6:4, 6:3 durch -, nannte Thiem wenig überraschend als Topfavoriten, die Liste der "Favoriten aus der zweiten Reihe", zu denen er auch selbst zählt, ist aber lang. Neben einigen Jungen gehören auch die früheren Sieger Novak Djoković und Stan Wawrinka definitiv dazu - wenngleich hinter ihrem momentanen Leistungsvermögen vor dem Turnierstart Fragezeichen gestanden waren. Beide haben monatelange Verletzungspausen hinter sich, doch dass das wenig bedeuten muss, demonstrierten Federer und Nadal im Vorjahr.

Das emotionale Finale der beiden früheren Langzeitrivalen von damals, als der Schweizer einen packenden Fünfsatzkrimi, bei dem die Handlung mehrmals hin und her wogte, ist übrigens ein Thema, über das man in Melbourne auch dieser Tage noch spricht. Nach seinem Erstrundensieg bekam Federer noch auf dem Platz Lob dafür von Tennis-Legende John McEnroe. "Man braucht immer zwei, um Tango zu tanzen", sagte der 36-Jährige darauf. "Aber es war schon sehr speziell."

Djoković um Rekord
Das ist nun auch die Rückkehr von Wawrinka und Djoković. Beide ließen sich von den Problemen, die sie ein halbes Jahr pausieren ließen, nichts anmerken, Wawrinka besiegte den Litauer Ricardas Berankis 6:3, 6:4, 2:6, 7:6, Djoković den US-Amerikaner Donald Young 6:1, 6:2, 6:4. Und beide haben in Melbourne auch schon den Titel geholt, Djoković sogar schon sechs Mal. Mit einem weiteren Triumph wäre er Rekordhalter. Wawrinka hatte vor vier Jahren hier seinen ersten von bisher drei Grand-Slam-Siegen gefeiert. Bis zu einem möglichen weiteren ist es aber auch für den Schweizer ein weiter Weg - auf dem im Achtelfinale Dominic Thiem warten könnte.




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Dokument erstellt am 2018-01-16 16:41:09


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