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St. Pölten. (art) Der Name des einen war in den vergangenen Tagen in Österreichs Tennis als Grand-Slam-Sieger in aller Munde; der andere ist - Philipp Oswald (im Bild links). Doch man täte dem Vorarlberger Oswald Unrecht, sähe man ihn vor dem samstägigen Doppel im Daviscup gegen Weißrussland, das die Entscheidung bringen kann, nur als Beiwerk zu Oliver Marach (rechts daneben).

Der 32-Jährige ist selbst ein erfahrener und auch erfolgreicher Doppelspieler, liegt in der entsprechenden Weltrangliste auf dem 44. Platz und hat insgesamt sechs Turniere auf der ATP-Tour gewonnen, drei davon im Vorjahr.

Dennoch sagt auch Oswald mit einem Anflug von Selbstironie: "Oli hat zuletzt 21 Siege hintereinander gefeiert. Der Druck lastet also nicht auf ihm, sondern auf mir. Ich will nicht, dass seine Serie mit mir reißt." Er sei zwar ein anderer Spielertyp als der Kroate Mate Pavic, mit dem Marach zuletzt von Erfolg zu Erfolg geeilt ist und die drei Titel in Doha, Auckland - mit einem Finalsieg über Oswald - sowie Melbourne gewonnen hat, dass auch Marach/Oswald harmonieren, haben sie im Vorjahr aber schon bewiesen.

Gemeinsam holte das Duo den Sieg in Gstaad, ehe sich die Wege wieder trennten. "Wir kennen einander also auch ganz gut", sagt Oswald, der in St. Pölten zu seinem insgesamt vierten Einsatz im Doppel kommen wird. Seine bisherige Bilanz steht bei 1:2 Siegen - den einzigen Erfolg gab es 2016 an der Seite von Jürgen Melzer gegen die Ukraine.

Im Vorjahr, als er für den damals nach seinem Wimbledon-Finale an einer Handgelenksverletzung pausierenden Marach eingesprungen war, verlor er mit Dominic Thiem gegen Rumänien.

Thiem setzt sich gegen Schyrmont durch


Auch durch die Änderungen des Daviscup-Reglements, wonach nun fünf anstelle von bisher vier Spielern in jedem Aufgebot stehen, hat sich die Ausgangslage auch für das Doppel ein bisschen verändert. Die Kapitäne haben die Möglichkeit, sich frühzeitig auf eine Paarung festzulegen, wodurch diese sich besser vorbereiten kann und andererseits keine Einzelspieler mehr "genötigt werden, auch im Doppel anzutreten", wie Oswald sagt.

Die anderen Neuerungen sieht er mit gemischten Gefühlen. Das Ende der Best-of-Five-Sätze hält er beispielsweise für bedauerlich. "Das hat mir schon getaugt, das gibt es im Doppel sonst nur in Wimbledon", meint er.

Lieber wäre den Österreichern freilich am Samstag ohnehin ein klarer Sieg, denn damit könnte frühzeitig der Sieg fixiert werden. Am ersten Tag setzte sich Gerald Melzer nach nervösem Start und in einem harten Kampf gegen Ilja Iwaschka mit 2:6, 7:5, 6:4 durch, revanchierte sich damit für die im Vorjahr in Minsk erlittene Niederlage und brachte Österreich mit 1:0 in Führung.

Danach setzte sich Österreichs erst kurzfristig einberufene Nummer eins Dominic Thiem gegen Dimitri Schyrmont klar mit 6:3, 6:3 durch. Bei einem Sieg gegen Weißrussland würde in der nächsten Runde auswärts Russland warten, ehe man um den erstmaligen Aufstieg in die Weltgruppe seit 2013 spielen könnte.