• vom 13.02.2018, 14:05 Uhr

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Tommy Haas: Abschied ohne Schluss-Applaus




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    Im August sahen die Fans Tommy Haas noch einmal in Kitzbühel in Aktion. Foto: Stefan Adelsberger/apa/expa

    Im August sahen die Fans Tommy Haas noch einmal in Kitzbühel in Aktion. Foto: Stefan Adelsberger/apa/expa Im August sahen die Fans Tommy Haas noch einmal in Kitzbühel in Aktion. Foto: Stefan Adelsberger/apa/expa

    Los Angeles. (art) Es lag etwas Nostalgie in der Luft, als Tennis-Profi Tommy Haas am 1. August im Kitzbühler Tennis-Stadion aufschlug, doch das war in den vergangenen Jahren eigentlich überall so, wo der Deutsche auftrat. Immerhin ist Haas 39 Jahre alt, immer wieder wurde er von schweren Verletzungen monatelang außer Gefecht gesetzt, auch wenn es freilich nicht belegt ist, dass sein Krankenakt ganze Spitalstrakte füllt. Immer wieder wurde mit seinem Karriereende spekuliert. Immer wieder kämpfte sich Haas zurück. Und also wollte es dann auch keiner so wirklich glauben, als er nach seiner 3:6, 6:7-Niederlage gegen Jan-Lennard Struff an jenem 1. August in Tirol sinnierte, es könne gut sein, dass dies sein letztes Match gewesen sei.

    Doch diesmal sollte es tatsächlich anders gewesen sein. Vor wenigen Tagen erschien ein langer Artikel in der kalifornischen Zeitung "Desert Sun" über ihn, der nahelegt, dass Haas abgeschlossen hat mit dem Profisport. "Die Wahrheit ist, dass ich am 3. April 40 werde und der Körper sich ändert", sagte er. Es sei ein "weiser Schritt, ihn nicht mehr zu schinden", schließlich wolle er sein Leben auch später noch genießen, wolle mit seinen Kindern aktiv sein, anderes erleben. Eine neue Herausforderung, mit der er dem Tennis verbunden bleibt, hat er ohnehin schon gefunden; als Turnierdirektor in Indian Wells leitet er eines der größten Turniere abseits der Grand Slams. Und er werde noch Exhibitions bestreiten, denn den Sport liebe er nach wie vor. Eine Hintertür lässt sich Haas damit offen, auch auf seinem Twitter-Profil bezeichnet er sich zweideutig als "Father and still Tennis Player".


    Wahrscheinlich ist es freilich nicht, dass man den gebürtigen Hamburger, der längst in den USA lebt, aber so gut wie überall als Publikumsliebling gilt, noch einmal auf der Tour sehen wird. Damit endet eine Karriere, die 22 Jahre lang gedauert hat, ihn mit seinem eleganten Stil in vier Grand-Slam-Halbfinali und 2002 auf Rang zwei der Welt geführt hat, im Stillen. Er brauche keinen großen Knall am Ende, hat er immer wieder gesagt.

    Den Schlussakkord hat er ohnehin schon vorher gesetzt: Mit dem (mutmaßlich) letzten Spiel am 1. August und davor einem letzten großen Sieg - jenem über Roger Federer im Juni auf Rasen.




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    Tennis, Tommy Haas

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    Dokument erstellt am 2018-02-13 14:08:22


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