• vom 23.03.2018, 15:58 Uhr

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Saisonauftakt mit Misstönen




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  • Ferrari eckt in Melbourne mit Formel 1 und Red Bull an. Indes fährt Lewis Hamilton allen davon.

Die Formel 1 als permanente Baustelle. Ferrari will da nicht mehr lange zusehen. - © apa/Nicholls

Die Formel 1 als permanente Baustelle. Ferrari will da nicht mehr lange zusehen. © apa/Nicholls

Melbourne. (rel) Die Formel 1 befindet sich im Umbruch. Und das nicht erst seit der Übernahme des Motorsport-Zirkus durch den US-amerikanischen Neo-Eigentümer Liberty Media. Dies wurde erneut am Freitag zum Auftakt der Saison in Melbourne deutlich. Angezettelt hat den Wirbel im Vorfeld des ersten Rennens am Sonntag (7.10 Uhr MEZ/ORFeins) diesmal Ferrari-Patron Sergio Marchionne, indem er mit Blick auf die laufenden Verhandlungen über die Zukunft der Formel 1 einen möglichen Ausstieg der Scuderia ventilierte. Wenn die DNA der Rennserie verloren ginge, würden die Italiener ernsthaft überlegen abzuspringen, hatte der Fiat-Chrysler-Boss gemeint.

Und er hat allen Grund skeptisch zu sein, stehen doch tatsächlich einige Weichenstellungen an. Wie die Antriebseinheiten ab der Saison 2021 aussehen sollen, ist ebenso weitgehend unklar wie die Preisgeldverteilung, nachdem das noch gültige Concorde-Agreement bis dahin ebenfalls ausgelaufen sein wird. Die befürchteten massiven Einschnitte - stark vereinfachte Motoren und weniger Geld für die Teams - sind weder für Ferrari noch für Mercedes vorstellbar. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff gab sich indessen diplomatisch. "Es ist klar, dass die aktuellen Strukturen, wie die Regeln gemacht werden, nicht funktional sind. Es liegen viele unterschiedliche Meinungen und Agenden auf dem Tisch, und wir müssen das für 2021 auf die Reihe bekommen - aus bestem Interesse für den Sport", sagte der Österreicher. "Wir haben mindestens noch drei Jahre zusammen."


Dabei ist die unsichere Zukunft der Königsklasse nicht das Einzige, das Ferrari derzeit beschäftigt. Es gibt auch Streit mit der Konkurrenz. Grund ist die Verpflichtung Ferraris von Laurent Mekies, der bisher als Rennleiter beim Weltverband FIA tätig war - und nun als Technikchef zur Scuderia gehen soll. Die Konkurrenz fürchtet, dass Mekies vertrauliche Informationen über alle Teams zu Ferrari mitnehmen könnte. Heftige Kritik kam von Red-Bull-Teamchef Christian Horner, der kritisierte, dass Ferrari damit ein Gentleman’s Agreement von zwölf Monaten Arbeitssperre bricht, da Mekies bereits im Oktober bei seinem neuen Arbeitgeber anfangen soll. Ferrari-Boss Maurizio Arrivabene will von einem Abkommen nichts wissen und sprach von einer Frist von sechs Monaten. "Das sind nur Behauptungen. Eine Vereinbarung, die sich über Gesetze hinwegsetzt, ist illegal."

Wenn die einen streiten, hatte Mercedes-Pilot Lewis Hamilton am Freitag im Albert Park gut lachen. Wie 2017 hat der Brite auch 2018 trotz zahlreicher Spekulationen schon am ersten Trainingstag der Saison das Feld angeführt und in 1:23,931 Minuten Bestzeit hingelegt, dicht gefolgt von Red-Bull-Fahrer Max Verstappen. Der Niederländer, der bereits die vergangene Saison sehr gut abgeschlossen hatte, blieb bei Sonnenschein nur 0,127 Sekunden hinter Hamilton. Auch die beiden Finnen Valtteri Bottas (+0,228) im Mercedes und Kimi Räikkönen (+0,283) waren nicht weit vom amtierenden Weltmeister entfernt. Räikkönens Ferrari-Teamkollege Sebastian Vettel erreichte, gefolgt von Haas-Pilot Romain Grosjean, mit 0,520 Sekunden Differenz Rang fünf.




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Dokument erstellt am 2018-03-23 16:03:01


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