Innsbruck. Im nordischen Bereich des österreichischen Skiverbandes bleibt kaum ein Stein auf dem anderen - und das ein Jahr vor der Heim-Weltmeisterschaft in Seefeld. Der schwer angeschlagene Skisprung-Cheftrainer Heinz Kuttin hört nach einer Saison, in der die heimischen Springer erstmals seit 2000/01 ohne Sieg im Weltcup geblieben waren, auf; auch Ernst Vettori ist als sportlicher Leiter für die Bereiche Sprunglauf und Kombination Geschichte. Sein Nachfolger ist Ex-Kombinierer Mario Stecher, dessen erste Aufgabe es ist, einen Trainer zu suchen. Kuttin, der bei der Pressekonferenz selbst nicht dabei war, habe von sich aus seine Tätigkeit beenden wollen, betonte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel. "Es tut mir leid", meinte er. Schließlich wäre sein Vertrag noch bis einschließlich der Heim-WM 2019 gelaufen. Allerdings war er zuletzt stark in die Kritik geraten, er habe Schröcksnadel gegenüber auch von "persönlichen Diffamierungen" und "Attacken auf die Familie" berichtet. Der Präsident kritisierte auch "Ex-Mitarbeiter" des ÖSV, die in der Öffentlichkeit "Kritiken abgeben" hätten und dabei "nur alte Rechnungen begleichen wollten". Bezüglich eines Nachfolgers des Kärntners, der 2014 Alexander Pointner beerbt hatte, stehe man "am Anfang der Gespräche", berichtete Stecher. Es gebe "drei, vier Kandidaten", man werde zunächst versuchen, "im eigenen Bereich" jemanden zu finden. Im Ausland tätige Trainer wie etwa Alexander Stöckl, der sehr erfolgreich die Norweger trainiert, würden aufgrund ihrer Vertragssituation nicht in Frage kommen, erklärte er. Angesichts der schlechten Saison seien im Springerbereich klarerweise "Fehler passiert", meinte der 40-Jährige. "Man muss die gesamten Mannschaft begeistern für den Sport", sagte Stecher. "Ich will das Wir-Gefühl stärken", so der 2015 zurückgetretene Kombinierer. Er wolle "eine klare Linie vorgeben - bis hinunter zum Nachwuchs". Der Anspruch sei natürlich, bei den kommenden Großereignissen "einige Medaillen" zu gewinnen. "Wir müssen jedenfalls ‚back to the basics‘", meinte Stecher.