Wien. Vier Wochen, zwei Masters-1000-Turniere in Madrid und Rom, dann Lyon sowie der Höhepunkt bei den French Open. Für Dominic Thiem geht es jetzt in die heiße Phase der Sandplatz-Saison. Der Vorjahresfinalist reiste Donnerstagabend in die spanische Hauptstadt und möchte dort einen nötigen Formanstieg in Richtung Roland Garros schaffen. Sein Trainer Günter Bresnik hat im Training zuletzt Fortschritte bemerkt. "Das Training ist ganz gut, muss ich sagen. Man muss sehen, wie es beim Punktespielen aussieht", sagte Bresnik am Donnerstag. In sechs Tagen habe Thiem sehr intensiv trainiert. Und auch in Madrid geht das Schuften vor Turnierbeginn weiter: "Für die nächsten Tage ist schon Sparring ohne Ende ausgemacht: mit Nadal, Dimitrow, Pouille, Djokovié. Da trainiert er, was nur geht", berichtete der 57-jährige Niederösterreicher.

Gewissheit, wo Thiem nun im Wettkampf steht, wird aber erst das Turnier selbst zeigen. Bresnik verglich den Weltranglistensiebenten mit einem Formel-1-Wagen. "Den Boliden stellst du in die Garage. Der wird aufgemotzt, das Öl gewechselt, getankt mit Benzin - jetzt muss er fahren. Wie du danach in der ersten Runde fährst, wenn das Auto 30 PS mehr hat, das weißt du nicht." Bresnik legt auch großen Stellenwert auf das Training vor Ort mit absoluten Weltklassespielern wie Sandplatz-König Rafael Nadal. In der Südstadt sei "definitiv etwas weitergegangen. Wie er sich in den Trainingstagen verbessert hat, ist für jeden klar erkennbar."

Von der großen Punktemenge, die Thiem im Vorjahr in Madrid (Finale/600), Rom (Halbfinale/ 360) sowie Paris (Halbfinale/720) geholt hat, lässt sich Bresnik freilich nicht beeindrucken. Und vom "Punkte verteidigen" hält der Langzeit-Trainer ohnehin nichts. Im Gegenteil. "Der Gedankengang ist grundlegend falsch. Dem wird eine Bedeutung beigemessen, die es einfach nicht hat. Mir ist das egal, wie viele Punkte er letztes Jahr gemacht hat. Dass jemand dran denkt, dass er gut spielt und gewinnen möchte, ist für mich der richtige Zugang."

1660 Zähler, fast die Hälfte aller Punkte, die Thiem stehen hat, stehen auf dem Spiel. Bei schlechten vier Wochen ist die Top-Ten-Position in Gefahr. Dass die Möglichkeit gegeben ist, hat nicht zuletzt 2018 gezeigt. Am besten sei es laut Bresnik noch zu Jahresbeginn in Doha gewesen, ehe eine Verkühlung unmittelbar vor den Australian Open Thiem zurückgeworfen hat. Und Barcelona? "Er hat ein gutes Match gespielt gegen Djoković (Achtelfinale Monte Carlo, Anm.), wo er halbwegs das gezeigt hat, was man sich erwartet. Der Rest war schwach."