• vom 18.06.2018, 16:36 Uhr

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Triumphale Rückkehr




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  • Weltranglistenführung und Turniersieg: Roger Federer hat die Pause keineswegs geschadet.

Roger Federer ist derzeit wieder obenauf. - © Thomas Kienzle/afp

Roger Federer ist derzeit wieder obenauf. © Thomas Kienzle/afp

Stuttgart. (art/apa) Es war ein doppelter Freudentag für Roger Federer an diesem Sonntag: Zum einen gelang ihm bei seinem Comeback auf der Tennis-Tour gleich der Turniersieg in Stuttgart, zum anderen durfte er am Abend noch ein 1:1-Remis der Schweizer Fußball-Mannschaft gegen Brasilien bejubeln. Der 36-Jährige ist großer Fußballfan, die WM-Termine der Nati hat er sich rot in seinem Kalender angestrichen. "Ich bin ready für die Matches", hatte er am Rande des Turniers in Stuttgart erklärt.

Und er ist offenbar auch bereit für weitere eigene Großtaten. Im Jänner hat er seinen Titel bei den Australian Open erfolgreich verteidigt, im Februar kurzfristig - und zum ersten Mal nach mehr als fünf Jahren - die Weltranglistenführung von seinem Dauerkonkurrenten Rafael Nadal übernommen. Wiewohl dieser ihn später wieder verdrängte, verzichtete Federer auf die komplette Sandplatzsaison, streute stattdessen eine elfwöchige Pause ein und kehrte nun triumphal zurück. Schon nach seinem Halbfinalerfolg über den Australier Nick Kyrgios stand fest, dass er nach dem Turnier in seine 310. Woche als Nummer eins gehen würde. Dass er es nach dem 6:4, 7:6-Finalsieg über den Kanadier Milos Raonic tut, freut den Schweizer doppelt. Immerhin war es in drei Anläufen der erste Erfolg in Stuttgart - und sein 98. überhaupt. Gewinnt er auch diese Woche in Halle, könnte er bei seinem Lieblings-Grand-Slam in Wimbledon ab 2. Juli das runde Jubiläum in Angriff nehmen, 15 Jahre nach seinem ersten von bisher acht Erfolgen beim prestigeträchtigsten Major und von bisher 20 Grand-Slam-Siegen überhaupt.


Auftakt gegen Bedene
Von diesen Zahlen und Statistiken will sich Federer aber nicht ablenken lassen. Denn davor steht noch das Turnier in Halle auf dem Programm. Zum Auftakt spielt Federer gegen den Slowenen Aljaz Bedene. Bei programmgemäßem Verlauf könnte es im Halbfinale zum Aufeinandertreffen mit Österreichs Dominic Thiem kommen, der sein Erstrundenspiel gegen den russischen Qualifikanten Michail Juschnij am Montag nach Redaktionsschluss bestritt.

Murray kehrt zurück
Der Österreicher, der gegen Federer auf Rasen schon ein Spiel gewonnen hat - 2016 in Stuttgart -, gilt auch in Wimbledon als einer der großen Herausforderer Federers, der allerdings von Experten als Topfavorit auf den Titel gehandelt wird. Bisher konnten die Altstars Federer und Nadal in diesem Jahr den Ansturm der jungen Wilden noch abwehren, die Verschleißerscheinungen sind aber bei dem 36-jährigen Schweizer und dem 32-jährigen Spanier spürbar. Ihre Kräfte müssen sie daher einteilen; während Federer die Sandplatzsaison ausließ, verzichtet Nadal in dieser Woche auf ein Antreten im Londoner Queen’s Club. "Ich habe in Queen’s 2008 den Titel gewonnen und wollte heuer zurückkehren", sagt Nadal. "Aber es war eine lange Sandplatzsaison. Meine Ärzte meinten, ich sollte auf meinen Körper hören."

Eine längere Abwesenheit hat auch ein weiterer Ex-Weltranglistenerster hinter sich. Andy Murray konnte seit seinem Viertelfinalaus im Vorjahr in Wimbledon kein Turnier bestreiten, im Jänner hat er sich einer Hüftoperation unterzogen, im Queen’s Club begeht nun er seine Rückkehr. "Ich habe es vermisst zu spielen", sagt der Wimbledon-Sieger von 2013 und 2016, der es zum Auftakt mit Kyrgios zu tun bekommt. Die Ablenkungen durch den Fußball fallen bei ihm weniger emotional aus. Schottland ist schließlich bei der WM nicht dabei.




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Dokument erstellt am 2018-06-18 16:43:29


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