• vom 12.07.2018, 17:25 Uhr

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Die Welt ist eine Scheibe




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Von Christoph Rella

  • Der Ultimate-Frisbee-Sport gewinnt in Österreich zunehmend an Popularität. Das liegt nicht nur an der aktiven Jugendarbeit, sondern auch an der besonderen Spielphilosophie.

Das Team "Catchup Graz" (r.) schlug den Favoriten "Mantis Wien" souverän mit 15:8. Den Ceus-Titel holten dennoch die Wienerinnen.

Das Team "Catchup Graz" (r.) schlug den Favoriten "Mantis Wien" souverän mit 15:8. Den Ceus-Titel holten dennoch die Wienerinnen.© Rella Das Team "Catchup Graz" (r.) schlug den Favoriten "Mantis Wien" souverän mit 15:8. Den Ceus-Titel holten dennoch die Wienerinnen.© Rella

Wien. "Linda, da nach links!" ruft Katharina ihrer Kapitänin zu. Die Scheibe saust schnell und präzise über das Spielfeld über die Köpfe der Gegnerinnen hinweg direkt in die Hände von Linda. Die führende Spielerin des Damenteams des Frisbee-Klubs Ultimate Vienna fackelt aber nicht lange und schickt den Deckel umgehend weiter auf die Reise. Ein paar Mal wechselt das Wurfgerät auf dem frisch gemähten Rasen des Wiener Trendsportzentrums den Standort - bis er von Katharina in der sogenannten Fangzone vom Himmel geholt wird. Der Jubel unter den "Mantis", den Gottesanbeterinnen, wie sich die Frauen nennen, ist groß. Abklatschen, Umarmungen, Motivationsrufe. Und selbst Außenstehenden ist klar: Dieser Punkt gegen den Gastklub "Catchup Graz" ist wichtig - und auch bitter nötig. Denn obwohl Favorit, befinden sich die Wienerinnen überraschend im Rückstand und laufen Gefahr, eine herbe Heimniederlage einzufahren.

Aber noch ist die Partie ja nicht entschieden. Eine Partie, die sich von allen bisherigen Spielen, die der professionelle Frisbeesport in Österreich zu bieten hat, doch unterscheidet. Hier geht es nicht um einen regionalen Cup oder die nationale Meisterschaft, sondern um ein internationales Experiment - den ersten Europacup, wenn man so will. Vier Teams aus Wien, der Steiermark und aus Slowenien rittern jeweils in einem Damen- und Herrenbewerb um den Europatitel der Central European Ultimate Series, kurz CEUS. Ins Leben gerufen wurde der Bewerb vom Grazer "Catchup"- und Nationalteamspieler Jan Bobinec, "um den Sport internationaler und hierzulande populärer zu machen", wie er im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" sagt. Ihm schwebt eine Liga nach dem Beispiel der Erste-Bank-Liga im Eishockey vor, wobei er zunächst Klubs aus Tschechien, Slowakei und Ungarn dazugewinnen möchte. Der Fokus auf den Osten ist rasch erklärt: Erstens seien die möglichen künftigen Spielorte von Wien und Umgebung aus - hier haben auch 90 Prozent der heimischen Vereine ihren Sitz - leichter zu erreichen, und zweitens sei auch "das Niveau der osteuropäischen Spieler ähnlich", sagt Bobinec. Mit ganz großen Klubs wie CUS Bologna oder Ultimate Frankfurt in einer Liga anzutreten, habe nur wenig Sinn. "Die sind wirklich gut."


Soziales Engagement
Bobinecs Blick gleitet über den Rasen. Eben hat "Catchup Graz" erneut die Scheibe in die gegnerische Fangzone befördern und den Vorsprung gegen die Gastgeberinnen auf vier Zähler ausbauen können. Das heiße Wetter macht den "Mantis" die Aufholjagd nicht unbedingt leicht. Was vielleicht auch ein Grund dafür ist, warum nur wenige Zuschauer anwesend sind. Geht es nach dem CEUS-Initiator, soll sich das aber ändern und der Frisbee-Sport durch Professionalisierung sowie Jugendarbeit mehr propagiert werden. "Wir gehen in die Schulen, engagieren uns aber auch sozial", sagt Bobinec. Die Integration von Flüchtlingen haben sich er und seine Mitstreiter vom österreichischen Frisbee-Sport-Verband daher ebenso an die Fahnen geheftet wie die Vermittlung des "Frisbee-Spirit", also besonderen sportlichen Werten.

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Dokument erstellt am 2018-07-12 17:31:57


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