• vom 27.07.2018, 16:13 Uhr

Mehr Sport


Formel 1

Grand Prix mit Trauerflor




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Formel 1 gedenkt in Budapest Ferrari-Boss Sergio Marchionne. Sebastian Vettel ist auf Sieg aus.

In Budapest stehen die Ferrari-Fahnen mit dem markanten Logo auf halbmast. - © Reuters/Szabo

In Budapest stehen die Ferrari-Fahnen mit dem markanten Logo auf halbmast. © Reuters/Szabo

Budapest. (rel/apa) Tag drei nach dem überraschenden Ableben von Sergio Marchionne. Im Fahrer-Lager der Scuderia hängen vor dem Grand Prix von Ungarn am Sonntag (15.10 Uhr/ORFeins) in Budapest die Fahnen mit den sich aufbäumenden Pferden im Logo auf halbmast. Auch Star-Pilot Sebastian Vettel trägt seit dem Tod des Ferrari-Chefs Trauerflor um den linken Oberarm. Viel geredet wird hier über Marchionne nicht - um nicht das Rennen aus dem Fokus zu verlieren, wie es heißt. Zu dem Behufe waren schon am Donnerstag und Freitag Vettels Teamchef Maurizio Arrivabene sowie Stallkollege Kimi Räikkönen von ihren offiziellen Presseverpflichtungen entbunden worden. Worte der Anteilnahme hatten ja längst andere Protagonisten geäußert. "Das ist ein trauriger Tag für uns alle. Wir haben einen großen Unterstützer des Sports, einen leidenschaftlichen Mitbewerber, einen Mitstreiter und einen Freund verloren", erklärte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff vor dem letzten Grand Prix vor der Sommerpause in Budapest. Und Neo-Ferrari-Boss John Elkann sagte: "Der beste Weg, um sein Andenken zu ehren, ist auf seinem Erbe aufzubauen und weiter Werte wie Verantwortungsbewusstsein und Offenheit zu pflegen. Denn dafür brannte er."

Tatsächlich hat der Tod Marchionnes, dessen Zustand sich nach einer Operation in einer Züricher Klinik verschlechtert hatte, nicht nur in der Formel 1, sondern auch im Ferrari-Rennstall ein Vakuum hinterlassen - mit möglicherweise psychologisch ungünstigen Begleiterscheinungen. 17 Punkte fehlen Vettel, der in Budapest bisher zweimal gewonnen hat, in der Fahrer-Wertung auf den fünfmaligen Ungarnsieger und WM-Führenden Lewis Hamilton im Mercedes. Dabei ist der Deutsche nicht der Einzige, der hier unter Druck steht. Der Zweikampf an der WM-Spitze setzt auch Hamilton sichtlich zu. "Im vergangenen Jahr haben wir schon zu einem gewissen Punkt einen Höhepunkt in Sachen Druck erreicht. Dieses Jahr geht es noch enger zu als im vergangenen Jahr. Die kleinsten Fehler werden noch mehr bestraft, daher ist da mehr Druck", meinte der Brite, der wie Vettel dem bereits fünften WM-Titel nachjagt. Die Tatsache, dass die Spitzenpositionen in der Fahrerwertung in diesem Jahr schon fünf Mal wechselten, bestätigt das nur.


Daniel Ricciardo voran
Mit hohen Erwartungen ins Rennen gehen indessen die Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo und Max Verstappen. Platz eins und drei im ersten Training am Freitag hat das Duo regelrecht beflügelt, was wohl auch an der kurvenreichen und welligen Rennstrecke liegen dürfte. Der 4,381 Kilometer kurze Kurs verzeiht nämlich Nachteile in Sachen Motorenpower, und das kommt Red Bull mit seinem im Vergleich zu Mercedes und Ferrari leistungsschwächeren Renault-Antrieb zugute. PS zählen wenig, vielmehr kommt es auf das Chassis und die Aerodynamik an.

Die Frage, ob er sich als Favoriten für den obersten Stockerlplatz einschätze, beantwortet Ricciardo am Freitag dennoch mit "Nein". "Ich denke, dass es zwischen den drei Teams (Mercedes, Ferrari sowie Red Bull, Anm.) wirklich eng zugehen wird." Offensiver äußerte sich hingegen Verstappen. "Ich glaube schon, dass unser Wagen gut genug ist, um es zu schaffen", sagte er zu den Siegchancen. "Ich hoffe, wir verlieren nicht zu viel auf der Geraden." Red-Bull-Boss Didi Mateschitz würde ein Erfolg gewiss freuen. So wie sich im Fall von Ferrari auch Marchionne gefreut hätte. Sein Platz wird dieses Mal leer bleiben.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-07-27 16:23:18


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Herren-Weltcup: In Levi geht’s nun wirklich los
  2. Eine Legende wird 80
  3. Shiffrin feierte 44. Weltcupsieg
  4. Deutschland steigt beim Zuschauen ab
  5. Ein (kleiner) Schritt zurück
Meistkommentiert
  1. Die Geschichte des Wuzzelns
  2. Beginn mit einem Remis
  3. Federer ließ Thiem keine Chance

Werbung




Werbung