Kitzbühel. Ein Österreicher steht bei den Generali Open in Kitzbühel schon in der zweiten Runde, obwohl der (Lokal-)Favorit erst am Mittwoch ins Einzelgeschehen eingreifen wird. Denn die Auslosung hatte den Zuschauern schon in der ersten Runde ein rot-weiß-rotes Duell beschert: Dennis Novak, der von den Veranstaltern als Lohn für seinen Drittrundeneinzug in Wimbledon eine Wildcard bekommen hatte, besiegte am Montag den 19-jährigen Jurij Rodionov mit 6:4, 0:6, 6:1 und bekommt es nun mit Dusan Lajovic zu tun.

Ungeachtet des Ausgangs der Partie hat der aus Weißrussland stammende, in Deutschland geborene und seit seiner Kindheit in Niederösterreich lebende Rodionov, in den vergangenen Jahren der einzige Österreicher mit regelmäßiger Teilnahme an Juniorenbewerben bei Grand-Slam-Turnieren, den Freifahrtschein der Veranstalter für die Qualifikation gerechtfertigt - auch wenn dadurch Jürgen Melzer leer ausging.

Rodionov könnte die Zukunft im heimischen Tennis gehören, die Gegenwart sind Novak, Sebastian Ofner, der am Dienstag seine Auftaktpartie gegen Martin Kližan absolviert, und natürlich Dominic Thiem. Der Weltranglistenachte ist am Samstag per Privatjet nach Kitzbühel gekommen und will das Doppel am Dienstag mit seinem Freund und Trainingspartner Novak als Aufwärmen für das Einzel nützen, in dem er als (Nummer-eins-)Gesetzter zum Auftakt ein Freilos hat und erst am Mittwoch ins Turnier eingreift. Gegner dort könnte ausgerechnet Ofner sein; ehe es im Viertelfinale zu einem weiteren Österreicher-Duell kommen könnte, falls Novak auch die zweite Hürde meistert.

So weit will freilich noch keiner denken, Ofner freute sich zunächst einmal, dass er es in der ersten Runde mit einem Qualifikanten zu tun bekommt. "Die kenne ich recht gut", hatte er gemeint. Auf ATP-Ebene hat der Steirer gegen Kližan, der in der Qualifikation Gerald Melzer bezwungen hat, noch nie gespielt, der 112. der Welt liegt aber ungefähr im Bereich des an Stelle 157 geführten Ofner. Und dass diesem Kitzbühel entgegenkommt, hat er unter anderem im Vorjahr bewiesen, als er sensationell das Halbfinale erreicht hatte.

Fehlender Titel


Die größten Hoffnungen auf den ersten heimischen Kitzbühel-Sieg seit Thomas Muster 1993 - davor hatte es seit den Fünfzigerjahren keinen rot-weiß-roten Triumph gegeben - ruhen freilich auf Thiem, der nach einer Pause im Vorjahr wieder hier zu sehen sein wird. In seinen bisher sechs Versuchen war das Höchste der Gefühle die Finalteilnahme 2014, als er sich David Goffin in drei Sätzen geschlagen geben musste. Dass ihn die Niederlage noch immer schmerzt, betonte er schon nach dem verlorenen French-Open-Finale - jedenfalls mehr als das Viertelfinal-Aus in Hamburg in der vergangenen Woche. Rückblickend konnte er diesem sogar etwas Positives abgewinnen, hatte er doch mehr Zeit, sich an die Höhenlage in Kitzbühel zu gewöhnen. "Vielleicht war es deshalb auch nicht so schlecht, dass ich in Hamburg früh rausgegangen bin. Es ist schon ein ziemlich großer Unterschied", sagt Thiem - und deutet zur Freude von Turnierchef Alexander Antonitsch an, Kitzbühel auch in den kommenden Jahren einplanen zu wollen. Dass er das Turnier 2017 zugunsten einer längeren Vorbereitung auf Hartplatz ausgelassen hatte, habe sich nicht wirklich bezahlt gemacht. "Und in Europa ist es so viel schöner", meint er..