• vom 04.08.2018, 08:00 Uhr

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Atemlos durch den Wald




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Von Heiner Boberski

  • Die Weltmeisterschaft im Mountainbike Orienteering findet heuer in Österreich statt.

Michaela Gigon steht vor ihrem möglicherweise letzten Auftritt im Elitebewerb.

Michaela Gigon steht vor ihrem möglicherweise letzten Auftritt im Elitebewerb.© Rainer Burmann Michaela Gigon steht vor ihrem möglicherweise letzten Auftritt im Elitebewerb.© Rainer Burmann

Zwettl. Ein Highlight im eigenen Land steht heuer Österreichs Orientierungssportlern bevor. Ab Sonntag bis 13. August misst sich die internationale Elite im Mountainbike Orienteering (MTBO) bei der Weltmeisterschaft im Raum Zwettl. Fast 300 Aktive aus zumindest 28 Ländern - einige davon erstmals bei einer WM - werden erwartet. Dazu kommen die Weltmeisterschaft der Junioren (der 18- bis 20-Jährigen) und die Europameisterschaft der Jugend (im Alter von 15 bis 17 Jahren).

Wenn es regnet, wird es gatschig, wenn es trocken ist, staubig, auf jeden Fall aber wird es anstrengend und abenteuerlich. Wer Mountainbike Orienteering betreibt, braucht ein gutes Bike, mit dem er sich mit Karte, Kompass und Köpfchen durch den Wald, über Stock und Stein und mitunter auch über Bäche bewegt, um möglichst rasch die anzupeilenden Posten und das Ziel zu erreichen. Erik Adenstedt, Präsident des österreichischen Fachverbandes für Orientierungslauf, erwartet von den heimischen Teilnehmern "nicht unbedingt Medaillen, aber doch Spitzenplätze", denn das rot-weiß-rote MTBOTeam hat schon etliche große Erfolge eingefahren. In den zwölf Saisonen von 2004 bis 2015 wurden bei Welt- und Europameisterschaften 41 Medaillen erobert, 14 aus Gold, 11 aus Silber und 16 aus Bronze.


Was ihre Elite-Karriere betrifft, wird Zwettl wohl einer der letzten großen Auftritte von zwei heimischen MTBO-Ausnahmekönnern werden: Michaela Gigon (OLT Transdanubien), die in ihrer Laufbahn sechs Einzel- und einen Staffel-WM-Titel holte, sowie Tobias Breitschädel (Askö Henndorf), der ebenfalls WM- und EM-Gold eroberte. Da beide schon über 40 Jahre alt sind, konnten sie heuer bereits Ende Juni bei der Masters-WM in Ungarn antreten. Sowohl Gigon als auch Breitschädel holten sich dort souverän den Seniorenweltmeistertitel, ein guter Ansporn für die Titelkämpfe im Waldviertel.

Bei der vor drei Jahren erfolgten Vergabe der WM 2018 an Österreich war entscheidend, dass die Anfahrtswege zu allen Bewerben relativ kurz sind, sagt Paul Grün, der Chef des Organisationskomitees. Gescheitert wäre das Projekt fast daran, die nötigen kostengünstigen Unterkünfte für rund 400 Personen zu finden. Doch da das Internat Edelhof bei Zwettl im Sommer rund 300 Plätze frei hat, wurden diese zur Verfügung gestellt. Im Waldviertel wird es - diesen Heimvorteil nutzt jedes Veranstalterland - viele Höhenmeter geben, was den rot-weiß-roten Aktiven zugutekommt. Bei der nächsten WM 2019 in Dänemark rechnet Grün mit "brettelebenen Strecken", da diese von den dänischen MTBO-Sportlern bevorzugt werden.

In Zwettl haben Österreichs Teilnehmer Chancen auf Top-Ten-Plätze, ein Medaillengewinn in einer der vier Einzeldisziplinen - Kurzdistanz, Mitteldistanz, Langdistanz und Massenstart - wäre eine kleine Sensation. Die Favoriten kommen aus anderen Nationen, am stärksten schätzt Grün, schon in den 1980er Jahren ein Pionier des heute boomenden Sports, die Tschechen und Russen ein. "Aber wenn die Favoriten den einen oder anderen Fehler machen, und das kommt immer wieder vor, kann es für unsere Teilnehmer ganz nach vorne gehen."

Hoffen auf die Staffel
Die größten Hoffnungen machen sich die heimischen Aktiven in den Staffelbewerben. Das auch heuer wieder aus Sonja Zinkl (LZ Omaha), Marina Reiner (Naturfreunde Villach) und Michaela Gigon gebildete Damenteam landete bei der WM 2017 in Litauen auf dem unbeliebten vierten Platz, nur zwei Sekunden fehlten auf Bronze beziehungsweise vier Sekunden auf Silber. Bei den Herren treten voraussichtlich Andreas Waldmann (OLT Transdanubien), Kevin Haselsberger (Naturfreunde Villach) und Bernhard Schachinger (HSV Ried) an, die 2015 in Tschechien sogar überraschend die Goldmedaille gewannen, seither aber kein Edelmetall mehr nach Hause bringen konnten. Bei der Junioren-WM sind in erster Linie die Schwestern Lea und Jana Hnilica sowie Tobias Micko österreichische Medaillenanwärter. Das Publikum kann im Zielraum auf einem Bildschirm dank GPS live die Fahrtrouten der Teilnehmer verfolgen und nach der Siegerehrung diese Sportart auch selbst ausprobieren. Im "klemuwa" (kleinstes Museum des Waldviertels in Langschlag bei Grafenschlag) läuft während der WM die Ausstellung "The Story of Mountainbike Orienteering".




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-03 16:47:21
Letzte Änderung am 2018-08-03 17:35:20


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