• vom 06.08.2018, 16:24 Uhr

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Leichtathletik.Lukas Weißhaidinger

Hoffen auf den Blitz




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  • Diskuswerfer Lukas Weißhaidinger schielt bei der EM in Berlin auf eine Topplatzierung.


© afp/Andreas Solaro © afp/Andreas Solaro

Berlin. (apa/art) Unter völlig unterschiedlichen Bedingungen starten die österreichischen Vertreter am Dienstag in die Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin. Während 3000-Meter-Hindernisläufer Luca Sinn, als Nachrücker vom Europaverband eingeladen, in erster Linie Erfahrung sammeln will und der an der Achillessehne lädierte Zehnkämpfer Dominik Distelberger die Zähne zusammenbeißen, aber nicht zu viel Risiko hinsichtlich seiner Gesundheit eingehen will, spekuliert Diskurswerfer Lukas Weißhaidinger, für den am Vormittag die Qualifikation auf dem Programm steht, mit einer Topplatzierung. Der 26-Jährige hat vor zwei Jahren in Rio de Janeiro mit Rang sechs überrascht, sich seither weiterentwickelt, unter anderem das hochklassige Istaf Open im Berliner Olympiastadion, dem Schauplatz der Titelkämpfe, gewonnen und seinen Rekord heuer im Mai auf 68,98 Meter geschraubt. Mit einer Weite von 64 Metern ist man im Finale dabei, drei Versuche hat jeder Athlet dafür zur Verfügung.

Die Tage davor gab er sich betont gelassen, "es gibt keinen Grund, einen Zweifel zu haben. Ich weiß, wie ich werfen muss, dass ein guter Wurf rauskommt. Ich gehe sehr ruhig und mit sehr viel Vorfreude rein", meinte er. Die Nervosität werde dann ohnehin noch kommen. Doch die Form passt, die Abläufe sind einstudiert, große Extravorbereitung sei daher nicht notwendig, den Großteil des Vortages wollte er im Hotel verbringen, wo er sich sicherheitshalber schon einmal mit Schokolade eingedeckt hatte. "Ein paar Scherze werden Gregor (Trainer Högler, Anm.) und ich schon machen, aber ansonsten wird Energie gespart und weniger geredet. Der Fokus geht zum Wettkampf hin, es ist eine ganz ruhige Herangehensweise", berichtete er.


Auch der angesprochene Högler traut seinem Schützling einiges zu, gibt aber zu bedenken, dass Weißhaidinger erst seit wenigen Jahren auf diesem Niveau arbeitet. "Wir haben eine Technik gefunden, mit der wir im Groben eigentlich immer antreten werden. Man sieht, was für ein Potenzial er hat, aber du brauchst trotzdem die Würfe. Du kannst nicht technisch etwas in 1000 Würfen machen, wofür du 2000 brauchst. Das muss man auch abwarten dürfen", meint Högler, der gleichzeitig Sportdirektor des heimischen Leichtathletikverbandes ist. Das richtige Timing sowie die richtigen Schräubchen, die zu drehen seien, zu finden, sei jedenfalls jedes Mal eine Herausforderung. "Weil das perfekt sein muss. Der Unterschied zwischen einem guten Wurf und einem perfekten ist wie ein Glühwürmchen gegen einen Blitz. Da sind so viele Tausende Volt dazwischen, aber es ist ganz knapp beieinander." Und freilich hofft jeder darauf, im entscheidenden Moment einen Blitz auspacken zu können - so auch Robert Harting, der Berliner Lokalmatador, Olympiasieger von London 2012 und baldige Sportpensionist. Der 33-Jährige, dessen jüngerer Bruder Christoph ihn mit seinem Olympia-Triumph 2016 abgelöst hat, begeht seinen letzten Wettkampf, zählt aber nicht zu den Favoriten.

Distelberger vorsichtig
Das kann man auch von Österreichs Vertreter im am Dienstag beginnenden Zehnkampf, Dominik Distelberger, nicht behaupten. Der 28-Jährige arbeitete sich nach einer starken Hallensaison und einem zu rasch erfolgten Umstieg auf Spikes, wodurch eine alte Achillessehnenverletzung wieder akut wurde, zuletzt von Training zu Training. "Die Wettkampfpraxis fehlt halt. Ich weiß nicht, wie konstant ich meine Leistungen abrufen kann", räumte er ein. "Mal sehen, wie sich die Sehne nach dem ersten Tag verhält." Zudem gilt es gerade für die Zehnkämpfer, die die längsten Arbeitstage haben, auf den richtigen Umgang mit der Hitze zu achten. Ein spezielles Eisbad für zwischendurch steht für Österreichs Leichtathleten jedenfalls bereit.




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Dokument erstellt am 2018-08-06 16:32:26


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