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Update: 06.08.2018, 17:41 Uhr

Tennis

Spiel, Satz, Umstrukturierung




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Von Gerald Widhalm

  • Neo-ÖTV-Präsident Werner Klausner über sein Zukunftskonzept.

Im Schatten von Dominic Thiem sollen sich auch junge Spieler und Spielerinnen nach der Decke strecken können.

Im Schatten von Dominic Thiem sollen sich auch junge Spieler und Spielerinnen nach der Decke strecken können.© apa/expa/Johann Groder Im Schatten von Dominic Thiem sollen sich auch junge Spieler und Spielerinnen nach der Decke strecken können.© apa/expa/Johann Groder

Kitzbühel. (apa) Im März wurde Werner Klausner zum neuen Präsidenten des österreichischen Tennisverbands (ÖTV) gewählt. Am Rande der Generali Open in Kitzbühel - bei denen die Österreicher früh ausschieden und sich der Slowake Martin Kližan mit einem finalen 6:2, 6:2 im Qualifikantenduell gegen Denis Istomin den Titel holte - konkretisiert er der 51-Jährige seine Vorhaben im Gespräch mit der Austria Presse Agentur. "Es gibt 15 Themenschwerpunkte. Die Hauptbereiche sind die Restrukturierung des Verbandes und die Überführung in eine sehr moderne Organisationsstruktur, wo es um eine Neuordnung der Statuten, der Kompetenzen und so weiter", sagt Klausner. Im Bereich des Spitzensports werde man die Kooperation mit Günter Bresnik und Wolfgang Thiem in der Südstadt intensivieren. "Wir sehen es als großen Glücksfall, dass wir einen Trainer-Weltstar wie Günter Bresnik im Leistungszentrum haben. Diesen Bonus möchten wir bestmöglich nutzen", erklärt der ÖTV-Präsident. Parallel dazu würden erfolgreiche Projekte auch in den Bundesländern mit Individualförderung und Touring-Coaches unterstützt.

Gemeinsam mit einem neuen Sportbeirat habe man sich selbst beziehungsweise den Verband hinterfragt. Mit der Expertengruppe mit unter anderem Wolfgang Thiem, Kitzbühel-Turnierdirektor Alexander Antonitsch und Novak Djokovićs Fitness-Coach Gebhard Gritsch habe man "Probleme noch einmal ganz offen definiert. Es wurde wirklich jeder Stein umgedreht. Ich war über die Qualität so erfreut und welch tolle Lösungen da entstanden sind", sagt Klausner. Schließlich hat man daraus auch ein neues Sportkonzept entwickelt, das Ende 2018 präsentiert werden soll. "Es ist ein Papier mit sehr viel Logik entstanden, nachhaltig und praxisorientiert", versichert er.


Problem beim Nachwuchs

Werner Klausner.

Werner Klausner.© APA/ÖTV Werner Klausner.© APA/ÖTV

Dadurch wolle man auch eine Vorreihung bei den Förderungen durch die neue Bundesport GmbH erzielen. "Wir sind sehr optimistisch, dass wir den zweitgrößten Sportfachverband auch in diesem Ranking in einem Bereich sehen werden, wo er hingehört. Mit 170.000 Mitgliedern und knapp 400.000 Spielerinnen und Spielern müssen wir eine sehr große Anzahl servicieren, da brauchen wir entsprechende Budgets." Das Geld werde man teilweise auch für eine neu zu schaffende, kleine Serie von Challenger-Turnieren in Österreich brauchen. Nach der Ankündigung der ATP, ab 2020 für Future-Turniere keine ATP-Punkte mehr zu vergeben, ist bei vielen jungen Spielern, für die die Futures den Profi-Einstieg bedeutet haben, Feuer am Dach. In Österreich gibt es aktuell gar kein richtiges Challengerturnier, aber laut Klausner interessierte Veranstalter, deren Unterstützung Aufgabe des ÖTV sein werde.

Bewusst ist ihm, dass vor allem bei den Damen eine große Lücke besteht. "Da hinken wir hinterher. Man muss aber fairerweise sagen: Wir hatten eine Generation, die relativ früh aufgehört hat." Dadurch sei die Verantwortung schnell auf sehr Junge übergegangen, die noch Zeit bräuchten. Der Plan, mit dem erfahrenen Coach Jürgen Waber in den vergangenen drei Jahren etwas aufzubauen, sei ein guter gewesen, sagt Klausner über das Damenleistungszentrum in Linz, das aber Ende des Jahres kein ÖTV-Leistungszentrum mehr sein wird. Nun sollen vermehrt Spielerinnen in die Südstadt gelockt oder individuell gefördert und mit Touringcoaches unterstützt werden.

Ein wichtiger Punkt wird es wohl sein, mehr Präsenz an den Schulen zu zeigen. "Es muss unser Ziel sein, dass Kinder schon in frühen Jahren mit dem Tennissport in Verbindung kommen. Wenn nicht jetzt, wann dann? Wir haben mit Dominic Thiem ein Idol, haben Erfolge, sind stark in den Medien präsent. Wir müssen schauen, dass wir die Kinder abholen", betont er.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-06 16:32:34
Letzte Änderung am 2018-08-06 17:41:06


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