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Update: 09.08.2018, 11:15 Uhr

Motorrad-WM

Auf Rekordkurs




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Von Tamara Arthofer

  • Mindestens 200.000 Fans werden an diesem Wochenende Spielberg bevölkern.

Im Vorjahr bezwang Andrea Dovizioso (l.) Marc Márquez in einem Herzschlagfinale in der letzten Kurve. - © afp/Jure Makovec

Im Vorjahr bezwang Andrea Dovizioso (l.) Marc Márquez in einem Herzschlagfinale in der letzten Kurve. © afp/Jure Makovec

Spielberg. In Spielberg ist dieser Tage großer Bahnhof. Im wörtlichen Sinne auch in Knittelfeld und Judenburg, wo diejenigen MotoGP-Fans, die den Aufrufen der Veranstalter und Automobilklubs folgen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Grand-Prix-Wochenende in die Steiermark anreisen, auf die Shuttles warten, die sie zum Red-Bull-Ring bringen. Die ÖBB fahren Zusatzschichten, in den Bahnhofsbeisln der wenige Kilometer von der Rennstrecke entfernten Kleinstädte spürt man die Veranstaltungswochenenden deutlich.

Dann treffen Sportbegeisterte aus Tirol hier auf solche aus dem Burgenland, jene aus den Niederlanden, Tschechien, der Slowakei, Italien und aus Deutschland - die den Großteil der Besucher aus dem Ausland ausmachen - mitunter sogar auf einige Australier, denen neben PS-Fachsimplerei gerne auch erklärt wird, wo die besten Nusspotizen der Steiermark zu haben sind. Die Farben Gelb und Blau, jene von Publikumsliebling Valentino Rossi also, dominieren, aber auch KTM-Orange ist in Mode gekommen. Die Wirtsleute sind im Dauereinsatz, aber entspannt. Immerhin werden die Fans bald zum Ring fahren, und vom Umsatz an Wochenenden wie diesen zehren sie auch in der Nebensaison. Im gesamten Eventreigen am 2011 von Dietrich Mateschitz wiederbelebten einstigen Österreich-Ring nimmt die Motorrad-WM eine Sonderrolle ein. 2016 feierte sie vor rund 216.000 Zuschauern ihre Premiere, im Vorjahr kamen 201.000 - knapp 20.000 mehr, als es heuer bei der Formel 1 waren. Und die war heuer schon wesentlich besser besucht als in den Vorjahren.


Werben um Zielgruppen
An diesem Motorrad-Wochenende könnte zudem der Rekord von 2016 fallen, meint Karl Schmidhofer, der Vorsitzende der Urlaubsregion Murtal zur "Kleinen Zeitung". "Heuer ist alles ein bisschen größer als sonst, das ist für uns hochspannend", sagt Schmidhofer. "Es profitieren nicht nur Beherberger, sondern auch Lokale, Geschäfte und Tankstellen."

Indirekte Wertschöpfung will man unter anderem mit dem aktiven Werben um eine neue Zielgruppe erreichen: Mit Informationsbroschüren etwa über Motorradstrecken für die Normalverbraucher soll erzielt werden, dass diese auch in der veranstaltungsfreien Zeit wiederkommen - nicht, um die Stars zu sehen, sondern, um selbst auf zwei Rädern die Gegend zu erkunden.

Tatsächlich weisen die Tourismuszahlen für das vergangene Jahr nicht nur generell einen Anstieg der Nächtigungszahlen auf - die gesamte Region Murtal kam 2017 erstmals auf fast 1,5 Millionen Nächtigungen, wovon 195.000 auf die acht Mitgliedsgemeinden des Zusammenschlusses von "Tourismus am Ring" entfielen -, in Spielberg selbst konnte auch die Nebensaison gestärkt werden. Positiv für die Wirtschaft - aber wohl weniger für Spätentschlossene, die sich kurzfristig zu einem Ausflug am Wochenende entschließen: Die Hotelbetriebe in den umgrenzenden Gemeinden sind seit Monaten so gut wie ausgebucht, am Mittwochnachmittag gab es immerhin noch unmittelbar neben dem Ring Zelte zu mieten. Kostenpunkt einer Übernachtung inklusive Frühstück in den mit zwei Matratzen, Bettwäsche und Handtüchern ausgestatteten GP-Tents: 150 Euro. Auch Karten für das Rennen waren nur noch für einige wenige Kategorien zu haben.

Im Dauereinsatz
Der Besucheransturm sorgt freilich auch für Hochbetrieb bei den Einsatzkräften: Im Führungsstab der Bezirkshauptmannschaft Murtal sind der Veranstalter Projekt Spielberg GmbH, Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz, die Baubezirksleitung Obersteiermark West und die Fachabteilung für Katastrophenschutz und Landesverteidigung vertreten. "Für besondere Einsatzlagen stehen Spezialisten wie Beamte des Einsatzkommandos Cobra, sprengstoffkundige Beamte, Diensthundeführer und die Besatzung eines mit einer Wärmebildkamera ausgestatteten Hubschraubers zur Verfügung", berichtet Bezirkskommandant Oberstleutnant Günther Perger, der polizeiliche Einsatzleiter.

Das Rote Kreuz unter der Gesamteinsatzleitung der Bezirksstelle Knittelfeld ist beim Motorrad-Grand-Prix rund um die Uhr mit bis zu 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Einsatz, der Bereichsfeuerwehrverband Knittelfeld mit 180. In den vergangenen Jahren gab es trotz des Menschenauflaufs aber keine gröberen Probleme. Und am Sonntagabend, spätestens am Montag in der Früh, kehrt ohnehin wieder Ruhe ein. Bis zur nächsten Veranstaltung.




Schlagwörter

Motorrad-WM, MotoGP, Spielberg

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-08-08 17:26:28
Letzte Änderung am 2018-08-09 11:15:42


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