• vom 24.08.2018, 17:16 Uhr

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  • Der insolvente Rennstall Force India darf nun beim Grand Prix am Sonntag in Spa doch antreten. Die Piloten sind noch nicht fix.

Spa-Francorchamps. Das war ja noch einmal knapp. Erst am Donnerstagabend hat der Internationale Automobilverband FIA nach zähen Verhandlungen die Neuzulassung des strauchelnden Teams Force India mit neuen Eigentümern und neuem Titel genehmigt. Die gute Nachricht lautet: Der im Sommer durch den Besitzerwechsel vor der Insolvenz bewahrte Rennstall ist beim Grand Prix von Belgien am Sonntag in Spa (15.10 Uhr/ORFeins) startberechtigt. Die weniger gute: Force India als solches gibt es nicht mehr, weswegen Force-India-Nachfolger Racing Point als Neueinsteiger gilt.

Und das ist mit Konsequenzen verbunden. So muss etwa Racing Point, nachdem die ursprüngliche Formel-1-Zulassung erloschen ist, seine bisher errungenen 59 Punkte in der Konstrukteurswertung aufgeben. Immerhin bleiben aber die Punkte der beiden Fahrer Sergio Pérez aus Mexiko und Esteban Ocon aus Frankreich unberührt. Allzuviele sind es ohnehin nicht: Pérez holte bisher 30 Zähler und ist damit Zehnter in der WM-Wertung, Ocon liegt mit 29 eingefahrenen Punkten auf dem zwölften Platz. Für den Force-India-Erben bringt die Streichung der Punkte in der Konstrukteurswertung dennoch einen finanziellen Verlust, entscheidet doch die Teamwertung jeweils am Saisonende über die Verteilung der Preisgelder.


Der zum Teamchef beförderte Otmar Szafnauer zeigte sich dennoch mit der erzielten Lösung zufrieden: "Damit beginnt eine neue und aufregende Ära für uns", sagte er und verwies darauf, dass dadurch nun 400 Arbeitsplätze gesichert seien. Auch FIA-Präsident Jean Todt und Formel-1-Geschäftsführer Chase Carey begrüßten die Einigung. "Es ist enorm wichtig, dass wir ein komplettes Feld mit wettbewerbsfähigen Teams in der Formel 1 haben", sagte Carey.

Ins Rollen gebracht hatten die Misere bei Force India Stammfahrer Pérez sowie Motorenlieferant Mercedes, indem sie ausstehende Zahlungen in Millionenhöhe einforderten. Einziger Ausweg: eine rasche Übernahme, für die es aufgrund des sportlichen Potenzials auch mehrere Bieter gab. Den Zuschlag erhielt eine Gruppe unter Führung des kanadischen Milliardärs Lawrance Stroll.

Vettel jagt Hamilton
Als Buh-Mann gilt Ex-Force-India-Boss Vijay Mallya. Der mit 1,3 Milliarden Euro verschuldete und in Großbritannien lebende indische Unternehmer befindet sich derzeit in einem Rechtsstreit mit mehreren Banken in seinem Heimatland Indien, wo auch mehrere Haftbefehle gegen ihn vorliegen. Mallya hatte den Rennstall vor elf Jahren zusammen mit seinem damaligen niederländischen Partner Michael Mol übernommen, seit 2008 startete das Team unter dem Namen Force India.

Ganz so einfach lief der Eigentümerwechsel auch wieder nicht, gab es doch gegen die Übernahme durch Racing Point Widerstand bei einigen Konkurrenzteams. Vor allem Williams, das ebenfalls von Stroll unterstützt wird und dessen Sohn Lance als Pilot beschäftigt, fürchtet den Verlust seines Geldgebers. Unter dem Druck von Formel-1-Führung und FIA wurde ein Kompromiss erzielt. Der Name Racing Point Force India gilt übrigens nur für die aktuelle Saison. Ab 2019 soll der Rennstall nur noch Racing Point heißen.

Neben dem Mexikaner Pérez wird beim 13. Saisonlauf in Spa vorerst auch Ocon für Racing Point antreten, allerdings wird bereits spekuliert, dass schon in der kommenden Woche in Monza Williams-Pilot Lance Stroll zum neuen Projekt seines Vaters Lawrence Stroll wechseln könnte. Der Fahrer wollte am Donnerstag einen fliegenden Wechsel auch nicht ausschließen. "Es gibt für nichts eine Garantie, aber im Moment bin ich auf das Wochenende konzentriert. Man wird sehen, was die Zukunft bringt", sagte der Kanadier.

Eine gute Zukunft sieht wiederum Ferrari-Star Sebastian Vettel aufdräuen. Für den Ersten im ersten Training am Freitag geht es in Spa darum, den Abstand von 24 Punkten zu WM-Leader Lewis Hamilton zu verkürzen. "Ich war bereits in schlechteren Situationen und konnte es drehen, aber dazu muss man überall schnell sein", sagte der 31-Jährige. Einen Dämpfer hinnehmen mussten hingegen Mercedes-Pilot Valtteri Bottas und Renault-Fahrer Nico Hülkenberg. Sie müssen das Rennen vom Ende des Feldes in Angriff nehmen. In den Autos der Piloten wurde die vierte neue Motoreneinheit eingebaut, erlaubt ist jedoch nur der Einsatz von drei Triebwerken.




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Dokument erstellt am 2018-08-24 17:26:47


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