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Update: 04.09.2018, 11:44 Uhr

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  • Dominic Thiem spielt um den erstmaligen Einzug eines Österreichers ins Semifinale der US-Open.

Dominic Thiem in Siegerpose: Bezwingt er nach Kevin Anderson auch Sandplatzkönig Rafa Nadal?

Dominic Thiem in Siegerpose: Bezwingt er nach Kevin Anderson auch Sandplatzkönig Rafa Nadal?© afp/Baradat Dominic Thiem in Siegerpose: Bezwingt er nach Kevin Anderson auch Sandplatzkönig Rafa Nadal?© afp/Baradat

New York. Dominic Thiem könnte am Dienstag wieder ein Kapitel rot-weiß-roter Tennis-Geschichte schreiben. Der Weltranglisten-Neunte, der am Montag in New York seinen 25. Geburtstag feierte, könnte als erster Österreicher überhaupt ins Einzel-Halbfinale der US-Open einziehen. Nicht einmal Thomas Muster war dies in drei Versuchen (1993, 1994, 1996) gelungen. Allerdings steht Thiem mit Titelverteidiger Rafael Nadal ein mächtiger Gegner im Weg.

In bisher zehn Duellen hat Thiem immerhin drei Mal gegen den Sandplatzkönig gewonnen - das weitaus prestigeträchtigste allerdings im Juni glatt verloren. Im Finale der French Open, Thiems erstem Endspiel auf Major-Ebene, gab es nichts zu holen. Doch das elfte Aufeinandertreffen ist nun ein ganz besonderes: Thiem ist der einzige Top-Ten-Spieler, gegen den Nadal noch nie auf einem anderen Belag als Sand gespielt hat.


"Auf Sand ist es eine der größten Herausforderungen im Sport überhaupt, gegen ihn anzutreten. Auf Hartplatz wird es eine komplett neue Erfahrung. Ich hoffe, dass es ein bisschen angenehmer ist, aber ich bin nicht sicher", erklärte Thiem. Nadal blieb von diesem Umstand eher unbeeindruckt: "Ja, es ist ein anderes Match als auf Sand, aber es ist immer noch ein Tennis-Match. Wir wissen, wie wir spielen. Es wird ein interessantes, hartes Match, hoffentlich für beide von uns."

Thiem hofft nach einer misslungenen Premiere auf dem größten Tennis-Court der Welt, als er vor zwei Jahren im Achtelfinale gegen Juan Martín Del Potro Mitte des zweiten Satzes verletzt hatte aufgeben müssen, auf eine starke Partie. Noch stand es nicht fest, aber allgemein wurde erwartet, dass der Viertelfinal-Hit im Arthur-Ashe-Stadiom als Nightsession (also in der Nacht auf Mittwoch MESZ) angesetzt wird.

Bei den drei Erfolgen über Nadal war für Thiem immer der Schlüssel, dass er "wirklich aggressiv" war. Thiem wird das Match mit Sicherheit ganz anders anlegen, als noch jenes im Achtelfinale gegen Vorjahresfinalist Kevin Anderson am Sonntag. Beim Dreisatzerfolg hatte Thiem von der Grundlinie weniger riskiert, und versucht den Südafrikaner viel laufen zu lassen. "Der Schlüssel ist, wirklich schnell und mit Power zu spielen. Aber das ist sehr riskant, weil ich könnte dann auch zu viele Fehler begehen, und dann schaut es schwarz aus", sagte Thiem aus Erfahrung.

"Spiele sicher nicht lasch"
Geht er es indes zu defensiv an, dann ist das aber auch ein Schuss nach hinten. "In Monte Carlo war ich zu lasch gegen Nadal und bin auf Sand komplett unter die Räder gekommen. Das wird mir sicher nicht passieren", versprach der Lichtenwörther. "Ich werde sicher nicht so lasch auftreten wie manche Male gegen ihn."

Dabei hatte es für Thiem im etwas weiteren Vorfeld des letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres gar nicht gut ausgesehen. "Vor zweieinhalb Wochen war ich nicht einmal sicher, ob ich da überhaupt spiele. Von dem her ist es eine super Sache." Doch auch wenn er vor seiner Verkühlung schlecht gespielt habe, die acht Tage Vorbereitung in New York hatten ihm wieder Zuversicht gegeben. "So eine Riesenüberraschung ist es für mich jetzt auch nicht", sagte Thiem zu seinem ersten Viertelfinaleinzug bei einem Major außerhalb von Paris.

Nadal lobte seinen nächsten Gegner in der Pressekonferenz jedenfalls in höchsten Tönen. "Er ist ein fantastischer Spieler und ein Spieler mit viel Power. Er ist auch ein toller Kerl, ich habe eine gute Beziehung zu ihm", sagte der 17-fache Grand-Slam-Turniersieger. Er freue sich mit Thiem, dass er es ins Viertelfinale geschafft hat. "Letztes Jahr hat er ein sehr hartes Match gegen Del Potro verloren. Er verdient es, da zu stehen, wo er ist."

Der Vorjahreschampion geht davon aus, noch zulegen zu müssen, um zu gewinnen. "Ich muss mein bestes Match des Turniers spielen, wenn ich eine Chance haben will, im Turnier zu bleiben." Nadal hat nach einer Aufgabe von David Ferrer in Runde eins und einem glatten Zweitrundensieg in den Runden drei und vier nicht restlos überzeugt. Allerdings hatte ihm der junge Russe Karen Chatschanow ein tolles Match geliefert. Sowohl gegen ihn als auch gegen Nikolos Basilaschwili musste Nadal einen Satz abgeben.

Für Thiem geht es nicht nur um den ersten Halbfinaleinzug eines Österreichers in Flushing Meadows im Single. Ein Semifinalist kassiert darüber hinaus 925.000 Dollar Preisgeld und 720ATP-Zähler. Und: Auf dem Weg zur möglichen dritten Masters-Teilnahme en suite wäre die Vorschlussrunde für Thiem ein großer Schritt.




Schlagwörter

Tennis, Dominic Thiem, US-Open

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-03 16:26:56
Letzte Änderung am 2018-09-04 11:44:14


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