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Update: 04.09.2018, 21:38 Uhr

Tennis

Sensation in New York




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  • John Millman zeigt mit seinem Triumph über Roger Federer, was bei den US-Open möglich ist.

Der Australier John Millman warf Roger Federer aus den US-Open und trifft nun auf Novak Djokovi .

Der Australier John Millman warf Roger Federer aus den US-Open und trifft nun auf Novak Djokovi .© apa/afp/Pantling Der Australier John Millman warf Roger Federer aus den US-Open und trifft nun auf Novak Djokovi .© apa/afp/Pantling

New York. Während die Fans von Dominik Thiem noch in der Nacht auf Donnerstag (nach Redaktionsschluss) der Sensation, dem erstmaligen Einzug eines heimischen Tennis-Stars ins US-Open-Semifinale, harrten - das Ergebnis der Partie gegen Rafael Nadal ist bei www.wienerzeitung.at/sport nachzulesen -, ist das Turnier in Flushing Meadows für einen anderen Favoriten bereits Dienstagnacht überraschend zu Ende gegangen. Das Traum-Viertelfinale zwischen den Stars Novak Djoković und Roger Federer, mit dem eigentlich alle Beobachter und Buchmacher gerechnet hatten, ist geplatzt. Der 37-jährige Schweizer Federer, die Nummer zwei der Welt, verlor am Mittwoch kurz vor 1 Uhr Früh völlig unerwartet im Achtelfinale gegen den Australier John Millman. Der Weltranglisten-55., der kommende Woche auch beim Daviscup in Graz gegen Österreich antreten wird, siegte in einem nervenaufreibenden Match nach 3:34 Stunden mit 3:6, 7:5, 7:6 und 7:6. Für Millman war es im elften Duell mit einem Top-Ten-Spieler der erste Sieg.

Österreichs Daviscup-Team ist gewarnt, zeigte sich doch der 29-Jährige aus Brisbane in New York als Spieler mit enormem Kampfgeist. Ähnlich wie zwei Nächte zuvor sein Landsmann, der 19-jährige Alex de Minaur, als dieser den Kroaten Marin Čilić, doch immerhin die Nummer sieben der Welt, an den Rand einer Niederlage gebracht hatte. Für den Daviscup in Graz bedeutet das nichts Gutes, ist doch neben Millman auch de Minaur genannt. Denn setzen die beiden Australier ihre Form in die Steiermark auf Sand um, wird es Österreich wohl schwer haben.


Mit Rebreaks zum Sieg
Wie schnell sich ein Spiel drehen kann, stellte das Viertelfinale in New York wieder unter Beweis. Federer lag hier eigentlich schon auf Kurs 2:0-Satzführung, als er bei 6:3, 5:4 und einem 40:15 zwei Satzbälle vorfand. Doch Millman gelang das Rebreak - und das Momentum switchte zugunsten des Australiers. Federer wurde allerdings auch fehlerhafter, am Ende wies der 20-fache Grand-Slam-Sieger nicht weniger als 76 unnötige Fehler und zehn Doppelfehler auf. Nach einem Break zum 4:2 im vierten Satz, feuerte sich Federer mit einem "Kumm jetzt" an, ließ aber dennoch das Rebreak zu. Das zweite Tiebreak verpatzte Federer dann völlig. Millman konnte es erst gar nicht fassen. "Ich habe so viel Respekt für Roger und alles, was er für den Sport getan hat. Er war ein Held für mich und heute hatte er definitiv nicht seinen besten Tag, aber wisst ihr, ich nehme es", sagte der Australier im ausverkauften Arthur Ashe Stadium.

Djoković dürfte, sollte er früher zu Bett gegangen sein, überrascht gewesen sein, dass sein nächster Gegner nun nicht Federer heißt. Zumindest hatte der Serbe bei sehr heißen Bedingungen in der Tages-Session zumindest nicht in Sachen Spielverlauf zu schwitzen. 6:3, 6:4, 6:3 setzte sich der Wimbledonsieger gegen den Portugiesen João Sousa durch und schaffte seinen elften Viertelfinaleinzug in New York. Physisch verlangte ihm freilich die Hitze dann doch einiges ab, etwa, als er im dritten Satz zu einem kurzen medizinischen Check vom Platz ging. "Ich bin nicht mehr 21, das war vor zehn Jahren. Ich fühle mich nicht alt, aber es gibt da eine kleine biologische Uhr", erklärte Djoković, der unter heißen Bedingungen immer besonders leidet. Neben Millman, Djoković, Thiem, Nadal und Čilić haben sich auch Kei Nishikori sowie John Isner, der es am Dienstag mit Juan Martín del Potro zu tun bekam (nach Redaktionsschluss) ins Viertelfinale gespielt.

Bei den Damen sind die Viertelfinal-Paarungen seit Dienstag ebenfalls komplett. Für eine Überraschung sorgte Carla Suárez Navarro just an ihrem 30. Geburtstag, als sie Russlands Star Maria Scharapowa mit 6:4, 6:3 besiegte. Suárez Navarro trifft nun auf Vorjahresfinalistin Madison Keys aus den USA, die als Nummer 14 der Welt schon im Achtelfinale gegen Dominika Cibulková (Sk) ihr Können gezeigt hatte.

Zwei Japaner im Viertelfinale
Erstmals bei den US-Open einen Satz abgeben musste dafür Naomi Osaka, auch wenn ihr Sieg gegen die Weißrussin Aryna Sabalenka (6:3, 2:6, 6:4) nie wirklich gefährdet war. Dass die 20-Jährige das Viertelfinale erreicht hat, ist auch insofern bemerkenswert, als mit Nishikori und Osaka nun zwei Japaner unter den letzten Acht des Turniers vertreten sind: Das hat es bei einem Grand-Slam-Turnier schon seit Wimbledon 1995 nicht mehr gegeben.




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Dokument erstellt am 2018-09-04 16:50:58
Letzte Änderung am 2018-09-04 21:38:58


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