• vom 05.09.2018, 16:44 Uhr

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Was bleibt, ist die Erinnerung




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  • Dominic Thiem sieht sich trotz des Aus bei den US-Open gegen Rafael Nadal nicht als Verlierer.

Dominic Thiem hat trotz Niederlage im Tennis noch viel vor.

Dominic Thiem hat trotz Niederlage im Tennis noch viel vor.© apa/afp/Emmert Dominic Thiem hat trotz Niederlage im Tennis noch viel vor.© apa/afp/Emmert

New York. 2.40 Uhr Ortszeit. Ein müder, gefasster Dominic Thiem stellt sich nach fast fünf Stunden auf dem Center Court der internationalen Presse. Kurz davor hatte er sich dem Spanier Rafael Nadal im US-Open-Viertelfinale 6:0, 4:6, 5:7, 7:6 und 6:7 geschlagen geben müssen. "Ja, dieses Match wird mir sicher für immer in Erinnerung bleiben. Tennis ist manchmal grausam, weil ich denke, dass das Match heute nicht wirklich einen Verlierer verdient hat", meinte Thiem und fügte hinzu: "Nach zwei, drei Tagen werde ich auf das Match zurückschauen und es genießen, wenn ich mir die Highlights anschaue."

Und tatsächlich kann man die Tennis-Partie, die da in der Nacht auf Mittwoch im Arthur Ashe Stadium gegeben wurde, nur als ein Highlight des Turniers bezeichnen. Und selbst für Thiem hat die Erfahrung etwas Gutes. Zwar sei die Niederlage sehr bitter, aber er wisse nun, "dass ich gegen jeden auf jedem Platz die Partie gewinnen kann", betonte der Niederösterreicher. Auch ihm war natürlich bewusst, dass er bei 3:1 im dritten Satz drei Chancen auf ein Doppelbreak vergeben hatte. "Es hat einige Schlüssel gegeben natürlich, ich habe auch auf den dritten Satz serviert, aber Nadal ist einer der besten Returnspieler aller Zeiten. Gegen ihn muss man oft mit einem Break rechnen." Ein oder zwei seien freilich zu einem ungünstigen Zeitpunkt gekommen. "Aber ich habe dann auch ein 0:40 aufgeholt bei 5:5 im fünften. Es hat sich eh wieder ausgeglichen." Ansonsten könne er sich vorwerfen, dass ihm einige Male der richtige Mix aus Risiko und Geduld gefehlt habe. "Aber generell war es ein Super-Match." Im Tiebreak des Entscheidungssatzes sei es extrem offen gewesen. "Da ist halt immer eher Glück dabei. Wenn ich bei 5:5 den Passierball gescheit treffe, serviere ich vielleicht aufs Match."


Befragt dazu, dass er ein großes Lob von Tennis-Legende John McEnroe zu seiner Fitness erhalten hatte und wie lange er eigentlich noch weiterspielen hätte können, musste Thiem lachen. "Ich war schon froh, dass ein Tiebreak war und dass es nicht ausgespielt worden ist." Es sei ihm aber bewusst, dass er so fit ist. "Und dass er (Nadal, Anm.) so fit ist sowieso. Das war nicht sein erstes so langes Match, für mich schon." Für den Weltranglisten-Neunten, der möglicherweise am Montag wieder Achter ist, hat sein erster richtiger Marathon auch eine wichtige Erkenntnis gebracht. "Es ist eine beruhigende Sache, die ich im Hinterkopf habe, dass ich so lange auch gegen einen der toughsten Gegner spielen kann."

Das Gesamtresümee nach vier Siegen und einer knappen Niederlage ist dann doch ein sehr positives. "Echt in Ordnung, vor allem, wenn man auch die letzten Wochen vor dem Turnier sieht. Die Niederlage ist echt böse und bitter, aber auch komplett anders als letztes Jahr", erinnerte er an seine Fünf-Satz-Niederlage gegen Juan Martín Del Potro im Achtelfinale der US-Open. "Das Resümee fällt positiv aus, vor allem das Match gegen Anderson war sehr gut. Der Körper passt komplett, jetzt habe ich noch ein großes Ziel - und das ist Wien und dass ich mich wieder für’s Masters qualifiziere."

Daviscup als großes Ziel
Davor geht es aber kommende Woche noch zum Daviscup nach Graz. Die Australier John Millman sowie Alex de Minaur haben sich in New York als starke Gegner präsentiert. "Die zwei spielen wahrscheinlich stärker zurzeit als (Nick) Kyrgios, vor allem auf Sand würde ich sagen. Die können beide auf Sand spielen. Es hat sich an der Ausgangslage nichts geändert. Die haben zwei Spieler in richtig guter Form, ich bin in richtig guter Form, der Dennis auch. Und deshalb können sich alle, die nach Graz kommen, auf eine geile Partie freuen."

Coach Günter Bresnik war mit dem Auftritt seines Schützlings zufrieden, aber gleichzeitig natürlich enttäuscht. "Spielerisch war der erste Satz super. Im Endeffekt war es enttäuschend, dass er den dritten Satz nicht ausserviert und dann noch ein Break zum 7:5 kassiert." Da habe Thiem ausgelassen, "aber grundsätzlich gut gespielt". Ein Highlight eben.




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Dokument erstellt am 2018-09-05 16:54:03


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