• vom 14.09.2018, 15:58 Uhr

Mehr Sport

Update: 14.09.2018, 16:54 Uhr

Tennis

Matchball Rot-Weiß-Rot




  • Artikel
  • Lesenswert (1)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Das Doppel Jürgen Melzer/Oliver Marach kann den Aufstieg in die Weltgruppe fixieren - vor allem für Melzer etwas ganz Spezielles.

Jürgen Melzer blickt auf eine lange Daviscup-Karriere zurück. - © apa/expa/JFK

Jürgen Melzer blickt auf eine lange Daviscup-Karriere zurück. © apa/expa/JFK

Graz. (art) Es sei kaum möglich, sagte Jürgen Melzer also vor dem Daviscup-Duell mit Australien, aus seinen 20 Jahren, in denen er nun schon in diesem Bewerb für Österreich antritt, einen besonderen Höhepunkt herauszupicken. Doch dieser hier, das war für den Niederösterreicher von Vornherein klar, würde so einer werden: Heimspiel in Graz, das letzte Mal nach dem traditionellen Modus, der im kommenden Jahr komplett umgekrempelt wird, vielleicht das letzte Mal überhaupt in seiner Karriere - und das "gegen eine Nation, die das mindestens genauso lebt wie ich", sagte er vor dem Länderkampf zur Austria Presse Agentur. Nach dem Freitag kann man hinzufügen: Dem 37-Jährigen könnte gemeinsam mit Oliver Marach die Ehre zuteil werden, im Doppel den entscheidenden Punkt für die Rückkehr in die Weltgruppe nach fünf Jahren Pause zu holen.

Denn nach den ersten beiden Einzeln geht Österreich mit einer komfortablen 2:0-Führung ins Wochenende. Zuerst wurde Dominic Thiem seiner Favoritenrolle beim 6:1, 6:3, 6:0 gegen Jordan Thompson mehr als gerecht, danach zeigte auch Thiems Trainingspartner und Freund Dennis Novak sein großes Potenzial. Novak besiegte den in der Weltrangliste auf Platz 38 - und damit fast hundert Plätze vor ihm - liegenden australischen Jungstar Alex de Minaur mit 3:6, 6:2, 6:3, 6:2.


Rekordmann Melzer
Während Novak noch am Beginn seiner Daviscup-Karriere steht, feiert Melzer am Samstag ein doppeltes Jubiläum: Es ist bereits der 35. Länderkampf, bei dem er dabei ist, und sein 75. Spiel. Ob es auch das letzte ist, werde man sehen - von sich aus werde er aber nicht aus dem Team zurücktreten. "Was ist, wenn Not am Mann ist?", meint Österreichs Rekordspieler, und die Frage ist eher von rhetorischer Natur.

Seit seinem Debüt im Jahr 1999 gegen Schweden - einer Niederlage im Doppel mit Alexander Peya - hat er jedes Jahr zumindest einmal im Daviscup gespielt; auch während seiner erfolgreichsten Zeit, als er 2011 als achtbester Tennisspieler der Welt geführt wurde. Diese Zeiten sind freilich lange vorbei, so oder so steht Melzer im Herbst seiner Karriere, vielleicht ist sogar nach diesem Jahr Schluss. Nach langen Pausen wegen einer hartnäckigen Schulterverletzung fiel er im Einzel auf Platz 546 zurück. Noch einmal den steinigen Weg, sich über kleine Turniere nach oben zu arbeiten, wird er kaum gehen; ob er seine Laufbahn im Doppel fortsetzt, werde sich Ende des Jahres weisen. Aktuell steht Melzer, der im Doppel zwei Grand-Slam-Siege - sowie im Mixed einen - gefeiert hat, in dieser Rangliste auf Platz 175; "wenn ich da bleibe, glaube ich nicht, dass ich mir das noch einmal antue", sagt er. In den kommenden Wochen will er noch fleißig Punkte sammeln - vorerst steht für Österreichs Rekordmann aber freilich der Daviscup im Vordergrund.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-14 16:09:09
Letzte Änderung am 2018-09-14 16:54:11


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Thiem steht im St.-Petersburg-Finale
  2. Joshua bleibt Schwergewichts-Champ
  3. Sogar Gold ist möglich
  4. Die Uhr als Gegner, das Team als Partner
  5. St. Pöltens Siegesserie dauert an
Meistkommentiert
  1. WTA fordert Gleichbehandlung von Frauen und Männern
  2. Kipchoge will den Weltrekord
  3. Salzburg gewann Spitzenspiel in St. Pölten

Werbung




Werbung