• vom 17.09.2018, 16:30 Uhr

Mehr Sport


Leichtathletik

Neue Dimensionen




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Die Leichtathletik-Weltrekorde von Eliud Kipchoge und Kevin Mayer beflügeln die Fantasien, was der menschliche Körper zu leisten imstande ist.

Eliud Kipchoge.

Eliud Kipchoge.© apa/afp/Soeren Stache Eliud Kipchoge.© apa/afp/Soeren Stache

Berlin/Talence. (art) Die Reaktionen fielen gespalten aus, sie reichten von: "Ein Rekord für die Ewigkeit" bis hin zu "Nur noch eine Frage der Zeit, bis die 2-Stunden-Marke fällt". Die beeindruckende Vorstellung des Kenianers Eliud Kipchoge, der in Berlin die vier Jahre alte Marathon-Bestmarke seines Landsmanns Dennis Kimetto pulverisiert und in 2:01:39 Stunden einen neuen Weltrekord aufgestellt hatte, beflügelte die ewige Frage danach, was der menschliche (Ausdauer-)Körper alles zu leisten imstande ist. Kipchoge selbst sagt: "Ich glaube weiterhin, dass es für den Menschen keine Grenzen gibt. Rekorde sind dazu da, um gebrochen zu werden."

Doch so einfach ist es freilich nicht. Der 33-Jährige selbst hat auf der schnellsten Strecke der Welt, auf der seit Paul Tergats 2:04:55 noch alle sieben Weltrekorde aufgestellt wurden, schon zweimal erfolglos den Lauf in die Geschichtsbücher unternommen, einmal passte das Schuhwerk nicht, einmal das Wetter. Am Sonntag war der Olympiasieger von 2016 - in Rio de Janeiro reichten 2:08:44 Stunden zu Gold - aber in allen Belangen bestens vorbereitet und sogar der Faktor Zufall durch das Wetter auf seiner Seite. Während Ersteres das Ergebnis harter und akribischer Arbeit Kipchoges und seines ganzen Teams ist, ist Zweiteres freilich nicht planbar. Auch der Versuch, unter Laborbedingungen die 2-Stunden-Schallmauer zu durchbrechen, schlug im vergangenen Jahr bei dem mit vielen Millionen und noch mehr Aufwand betriebenen Nike-Projekt Breaking2, als Kipchoge und zwei andere Topläufer mit wechselnden Tempomachern auf der Rennstrecke in Monza liefen, fehl - wenngleich Kipchoge dort mit 2:00:25 Stunden äußerst knapp dran war.


Plafond noch nicht erreicht

Kevin Mayer.

Kevin Mayer.© afp/Nicolas Tucat Kevin Mayer.© afp/Nicolas Tucat

Auch vor diesem Hintergrund scheint es höchst fraglich, dass ein Mensch die 42,175 Kilometer in naher Zukunft unter zwei Stunden bei einem normalen, vom Weltverband anerkannten Lauf abspulen kann. Allerdings haben sich die Grenzen des Möglichen dank sportwissenschaftlicher Erkenntnisse, verbesserter Trainings- und Ernährungspläne sowie High-Tech-Schuhwerk schon oftmals verschoben: Tergats 2003 aufgestellte Zeit war die erste unter 2:05 Stunden; Kimettos Lauf der erste unter 2:03. Damals waren die Differenzen allerdings bei Weitem nicht so groß wie die 1:18 Minuten, die Kipchoge nun unter der bisherigen Bestmarke blieb. Und doch hat der 33-Jährige noch Luft nach oben: Ab Kilometer 25 lief er alleine, geplant sei gewesen, dass die Tempomacher erst fünf Kilometer später aussteigen. Damit beschäftigen wollte er sich freilich nicht. "Ich bin dankbar und glücklich", sagte er im Ziel.

Ähnlich erging es am Abend in Talence dem Franzosen Kevin Mayer, der im Zehnkampf mit 9126 Punkten den bisherigen Weltrekord um 81 Punkte überbot. Und auch in diesem Fall scheint der Plafond noch nicht erreicht - bei der Halbzeit lag er noch 140 Punkte hinter der bisherigen Bestmarke, ehe er am zweiten Tag aufdrehte. "Darauf habe ich gewartet", sagte Mayer.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-09-17 16:42:16


Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Bayern beendet Sieglos-Serie
  2. Mia san mia
  3. Er will mehr, er will mehr
  4. Hamilton in Austin gleich im ersten Training voran
  5. Salzburg jagt den nächsten Rekord
Meistkommentiert
  1. Hamilton fast am Ziel
  2. Rummenigge und Hoeneß in Rage
  3. Mia san mia

Werbung




Werbung