Der amtierende Cupsieger Sturm gastiert bei der Wiener Austria - die ihn entthronen will. - © apa/Scheriau
Der amtierende Cupsieger Sturm gastiert bei der Wiener Austria - die ihn entthronen will. - © apa/Scheriau

Wien. (may) Nach nur einem Viertel der Meisterschaft scheint das Titelrennen - zumindest aus Sicht der Wiener Großklubs - bereits für Serienmeister Red Bull Salzburg gelaufen. Womit sowohl Rekordmeister Rapid als auch Rekord-Cupsieger Austria nur noch eine Chance sehen, die Saison mit einem Titelgewinn abschließen zu können - im Uniqa-ÖFB-Cup. Für beide Vereine, die seit 2008 (Rapid) beziehungsweise seit 2013 (Austria) einem Erfolg nachlaufen, geht es also schon in der zweiten Cup-Runde um de facto alles oder nichts. Doch die Gegner am Mittwoch sind in dieser frühen Pokal-Phase alles andere als angenehm, handelt es sich doch um Duelle mit Oberhausklubs.

Schauplatz Mattersburg: Die Hütteldorfer gastieren bei Bundesliga-Konkurrent SV Mattersburg (18.30 Uhr/ORFeins), der sich zuletzt wieder im Aufwind befand. Im Fokus steht dabei auch wieder einmal Rapid-Trainer Goran Djuricin, der zuletzt mit starken Rotationen gegen Salzburg (1:2-Niederlage) für Aufsehen sorgte und bei einem negativen Ergebnis wohl noch stärker unter Druck geraten würde.

Für die Grün-Weißen ist das Kräftemessen mit einem gleichwertigen Gegner kein Problem. "Wir wollen dorthin, wo wir letztes Jahr waren - ins Finale", erklärt Verteidiger Maximilian Hofmann. Geht es nach der Statistik, sollte zumindest diese Hürde Richtung Achtelfinale zu nehmen sein. Denn in vier bisherigen Cup-Duellen stiegen die Wiener drei Mal gegen die Burgenländer auf. Zudem kann Djuricin zumindest im Pappelstadion in drei Spielen auf eine weiße Weste gegen die Hausherren verweisen.

Diese hilft freilich wenig, sollte der Aufstieg verpasst werden. Denn bei einem Pokal-Aus am Mittwoch könnte es für Djuricin - in der Meisterschaft rangiert Rapid nur auf Rang sieben - ungemütlich werden. Dass er dann noch zu halten ist, gilt als unwahrscheinlich - Europacup-Erfolge hin oder her.

Er nimmt die Begegnung jedenfalls sehr wichtig, das bewies schon die Rotation von acht Spielern in der Startformation im Liga-Schlager in Salzburg. "Wir wollen mit aller Kraft aufsteigen. Trotz der zuletzt zwei verlorenen Spiele gelten wir sicherlich als Favorit und nehmen diese Rolle auch an", meinte der 43-Jährige. Gleichzeitig warnte er vor erstarkten Mattersburgern. "Nach dem Trainerwechsel hat sich die Mannschaft unter Klaus Schmidt stabilisiert", so Djuricin, der damit an die deutliche Steigerung der Mattersburger zuletzt beim überraschenden 2:1-Auswärtssieg bei Sturm Graz am Samstag erinnerte. Aber auch in der vergangenen Saison waren die Burgenländer im Cup höchst erfolgreich und zwangen unter Cup-Spezialist und Ex-Trainer Gerald Baumgartner Red Bull Salzburg im Halbfinale ins Elfmeterschießen.

Schauplatz Favoriten: Noch schwieriger scheint indes die Aufgabe für Stadtrivale Austria zu sein, gastiert doch niemand Geringerer als der amtierende Cupsieger Sturm Graz in der neuen Generali-Arena (20.45 Uhr/ORFeins). Um ebendort am 1. Mai als Pokal-Finalist wieder ein Heimspiel zu erleben, bedarf es jedenfalls einer deutlich besseren Leistung als zuletzt beim 0:3-Liga-Debakel gegen den Lask.

Die vergangenen vier Cupduelle mit Sturm gingen alle an die Austria, die jüngsten drei jeweils im Elfmeterschießen. Nach dem bisher letzten im Viertelfinale 2009 holte die Austria auch ihren 27. und letzten Cuptitel. Die Bedeutung des Spiels wurde am Dienstag noch einmal intern thematisiert. "Es gibt den besonderen Anreiz, am 1. Mai noch einmal hier ein Cupspiel zu bestreiten", erinnerte Austrias technischer Direktor Ralf Muhr. "Es sind zwei Mannschaften, die sich momentan leistungstechnisch auf Augenhöhe befinden."

Trainer Thomas Letsch erwartet eine ganz andere Mentalität seiner Elf als zuletzt: "Die Mannschaft ist heiß, wir wollen weiterkommen." Sturm-Coach Heiko Vogel dagegen haderte etwas mit dem frühen Cup-Hit: "Die Losfee hat kläglich versagt. Wenn man in der zweiten Runde auswärts gegen die Austria gelost wird, ist es zwar eine interessante Partie für das Publikum, aber eine sehr schwere Aufgabe für die zweite Runde." Er erwartet ein enges Match: "Der Druck ist, glaube ich, gleichmäßig verteilt. Wir müssen voll fokussiert sein - bis zu einem etwaigen Elfmeterschießen."

ÖFB-Cup, 2. Runde:

Dienstag (Auswahl):

SV Leobendorf - SCR Altach1:2

WAC - A. Klagenfurt4:0

TSV Hartberg - Wattens3:0

Mittwoch:

Mattersburg - Rapid 18.30 Uhr/ORFeins

FC Pinzgau - SKN St. Pölten19 Uhr

Stadl-Paura - Lask19 Uhr

SC Neusiedl - Wacker Innsbruck19 Uhr

Schwaz - Red Bull Salzburg20.30 Uhr Austria - Sturm Graz20.45/ORFeins

Montag:

SAK Klagenfurt - FAC Wien1:5