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Mexiko-Stadt. Die internationale Presse war sich nicht ganz einig. Schlagzeilen wie "Hamilton ohne Glanz zum Titel" ("Blick") und "Motzend zur Krönung" ("Frankfurter Rundschau") wechselten sich ab mit jenen, die Hamilton, dem neuen, alten Formel-1-Weltmeister, uneingeschränkt huldigten, und jenen, die schon in die Zukunft und auf des Briten Jagd nach neuen Rekorden gerichtet waren. Tatsächlich steckt in ihnen allen viel Wahrheit: Der vierte Platz des 33-jährigen Mercedes-Piloten in Mexiko war keine Gala, vielmehr haderte er während des Rennens, das er hinter Red-Bull-Jungstar Max Verstappen und den Ferrari-Piloten Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen beendete, mit Reifenproblemen und sprach danach von einem "schrecklichen" Grand Prix. Doch es ist eben auch Hamiltons Stärke, aus den schwierigsten Situationen herauszufinden und stets Lösungen zu finden - neben seiner unbestrittenen Grundschnelligkeit und der Arbeit im Mercedes-Team ist nicht zuletzt diese Fähigkeit ein wesentlicher Faktor, der ihn nun schon zum fünften Mal zum Weltmeister machte. Zwei Rennen vor Schluss kann ihn Vettel, der einzige bis dato verbliebene Rivale um die WM-Krone, nicht mehr einholen. Damit steht Hamilton auf einer Stufe mit dem Argentinier Juan Manuel Fangio, nur Michael Schumacher hat mit sieben WM-Titeln mehr geschafft.

Hamilton selbst gab sich in der Stunde seines Triumphes demütig, es fühle sich alles "nicht echt an", meinte der Brite, der noch lange nicht genug hat. "Ich weiß nicht, ob ich die Chance habe, noch mehr zu gewinnen, aber ich gebe alles, um es zu schaffen", sagte er. Vettel indessen gab den fairen Verlierer: "Ich bewundere ihn für seine Leistung", meinte der Deutsche.