Lausanne. Die 134. Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) steht ganz im Zeichen der Vergabe der Winterspiele 2026: Stockholm oder Mailand - diese Frage sollte am Montagabend beantwortet werden und damit ein mehr als kurioses, jahrelanges Tauziehen um den Ausrichter der XXV. Winterspiele beendet sein. Denn etliche klassische Wintersportregionen in Europa - vor allem in den Alpen - hatten Interesse bekundet, mussten dann aber ob der möglichen Gigantomanie der fünf Ringe sowie des Widerstands der Bevölkerung kapitulieren. So auch Innsbruck/Tirol, das gute Chancen auf ein drittes Olympia gehabt hätte. "Es sind zwei Bewerber aus klassischen europäischen Wintersportländern, die eine Rückkehr zu den Wurzeln bedeuten. Man kann ruhig schlafen, es wird einen guten Ausrichter für 2026 geben", meinte dann auch IOC-Präsident Thomas Bach vielsagend.

Im Vorfeld dieser wichtigen Entscheidung gab es für den Deutschen zwei Frohbotschaften zu verkünden: Zum einen hat das IOC einen neuen Rekord-Sponsoringvertrag mit dem Getränkehersteller Coca-Cola und China Mengniu Dairy unterschrieben. Wie am Montag vor der Session in Lausanne mitgeteilt wurde, ist der Kontrakt für zwölf Jahre von 2021 bis 2032 abgeschlossen worden. Er umfasst somit sechs Sommer- und Winterspiele. "Es ist eine neue Dimension der Partnerschaft", sagte Bach. Spekuliert wird, dass der Vertrag dem IOC rund drei Milliarden Dollar einbringen wird.

Der Vorsitzende der Coca-Cola-Company, James Quincey, bestätigte den Betrag nicht und sprach nur von einem "substanziellen Arrangement". Co-Partner Mengniu Dairy ist ein chinesischer Milchproduzent. Schauplatz der Winterspiele 2022 wird Peking sein. Coca-Cola ist seit 1928 Sponsor des IOC.

Olympic House am Genfer See

Zum anderen hat die olympische Familie ein neues Hauptquartier, das in Lausanne eingeweiht wurde. "Das Olympic House ist das Zuhause für uns alle", sagte der IOC-Präsident am Sonntag - auf den Tag genau 125 Jahre nach Gründung des IOC - bei einem zweistündigen Festakt mit rund 700 Gästen. 129 Millionen Euro hat der Neubau direkt am Genfer See gekostet.

Die neue Zentrale bietet nunmehr ausreichend Platz für die rund 500 IOC-Mitarbeiter, die zuvor auf vier Standorte in Lausanne verteilt waren. Für den Neubau wurden 95 Prozent des früheren IOC-Hauptsitzes wiederverwertet beziehungsweise recycelt. Insgesamt soll das Olympic House 35Prozent weniger Energie und 60 Prozent weniger Wasser als ein konventioneller Neubau verbrauchen. Es soll damit in puncto Nachhaltigkeit auch ein Zeichen für die Olympischen Spiele der Zukunft setzen.