Tokio. (apa) Knapp 13 Monate vor den Olympischen Spielen in Tokio startet diese Woche die Intensivphase der Test-Events für das Großereignis 2020. In jeder Sportart werden die Wettkampfstätten vor der olympischen einer anderen sportlichen Belastungsprobe unterzogen. Die Segler waren bereits im September an der Reihe, die Schwimmer in Oktober. Der wahre Test-Reigen beginnt aber erst nun. Bis Anfang Mai wird alles über die Bühne gegangen sein, 54 Events sind bis dahin auf japanischem Boden angesetzt.

Den Anfang macht von Donnerstag bis Sonntag ein Weltcup im Modernen Fünfkampf, die Höhepunkte - auch aus österreichischer Sicht - sind aber andere. Darunter fällt das 4-Sterne-Turnier der Beachvolleyballer vom 24. bis 28. Juli. Bis auf Clemens Doppler und Alexander Horst sind trotz Wien-Majors in der Woche darauf etliche ÖVV-Teams genannt.

Für zwei Wochen danach sind etwa die Junioren-Weltmeisterschaften im Rudern im Sea Forest Waterway angesetzt, wieder ein paar Tage später werden die Triathleten im Odaiba Marine Park testen. Das absolute Top-Event von neun August-Veranstaltungen und wohl allgemein werden ab 25. August die Judo-Weltmeisterschaften im Nippon Budokan sein. Einen hochwertigeren Test kann es nicht geben, noch dazu in einer der Haupt-Sportarten Japans schlechthin.

"WM im Mutterland
wird eine Riesensache"

Österreichs Damen-Bundestrainer Marko Spittka hat die Wettkampf-Arena schon inspiziert. "Ich war drin in der Olympia-Halle, die sind fleißig am Arbeiten", berichtet der Coach der Austria Presse Agentur. Seine Schützlinge wie auch die ÖJV-Herren begeben sich nach eben mit zwei Bronze-Medaillen absolvierten Europaspielen in die WM-Vorbereitung. Daniel Allerstorfer empfindet große Vorfreude: "Die WM im Mutterland des Judo, das wird eine Riesensache."

In der ersten September-Hälfte wird am selben Schauplatz die Karate-Premier-League gastieren, die Tennis-Anlagen werden bei den nationalen Meisterschaften Ende Oktober auf Herz und Nieren geprüft.

Zeitlich parallel werden die Wildwasser-Kanuten im Ariake Urban Sports Park durch den Kanal paddeln. Von ÖKV-Seite ist dafür nur die Beschickung der Olympia-Teilnehmer geplant, die Quotenplatzvergabe entscheidet sich Ende September bei den Weltmeisterschaften.

Im Tischtennis wird vom 6. bis 10. November das Tokyo Metropolitan Gymnasium als Schauplatz des Team-World-Cups dienen, zu Advent-Beginn werden im Ariake Gymnastik Centre die Trampolin-Weltmeisterschaften durchgeführt werden. Zehn Tage vor Weihnachten wird als letzter Test-Event im vorolympischen Jahr ein Fecht-Weltcup stattfinden, ehe es nach einer kleinen Verschnaufpause Ende Februar in den Endspurt gehen wird.

Workshops und
Handbücher

In Folge wird die Aufmerksamkeit primär Anfang April - erneut im Arike Gymnastik Centre - den Turnern und Rhythmischen Gymnastinnen gelten. Das Izu Velodrome wird eine Woche später von Bahnradfahrern in Beschlag genommen werden. Die Wasserspringer werden Ende April beim Weltcup das Tokyo Aquatics Centre bevölkern, die Synchronschwimmerinnen dann Ende April. Ein Leichtathletik-Meeting im Olympia-Stadion wird am 5./6. Mai den Abschluss bilden.

Das Österreichische Olympische Komitee (ÖOC) ist bemüht, die Verbände möglichst gut auf die Teilnahme bei Test-Events vorzubereiten, um dann auch bei Olympia profitieren zu können. "Wir haben intensiv mit den Olympiazentren gearbeitet", erläutert ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel. "Es gab einen Workshop, in dem wir ein Handbuch entwickelt haben, das wir den Verbänden zur Verfügung stellen." Damit sollen auch die Fachverbandsfunktionäre bereits wissen, worauf sie bei den Test-Events ein Augenmerk legen sollten. Mennel: "Erfahrung sammeln bei Ernährung, Zeitumstellung . . . Alle Themen werden abgebildet. Wir haben eine Checkliste, auf der die Trainer abhaken können. Wir sind überzeugt, dass das eine hohe Hilfestellung ist" - damit letztlich Tokio 2020 nicht wie Tokio 1964 für Österreichs Aktive medaillenlos vorübergeht. (apa)•