Wien. (rel) Während die Organisatoren der Olympischen Sommerspiele 2020 in Tokio ihre Vorbereitungen fast abgeschlossen haben, müssen Österreichs Athleten noch kräftig schwitzen, um noch den einen oder anderen (Quoten-) Platz zu erreichen. Von Interesse ist das Feld in den medial weniger vorkommenden Disziplinen. Wer ist hier dabei und wer muss zittern? Die "Wiener Zeitung" hat den Status quo bei Kletterern, Kanuten und Co. zusammengefasst:

Kletter-Profi Jakob Schubert hat sein Olympia-Ticket bereits in der Tasche. Andere hängen noch in der Luft. - © apa/KVÖ/Liebhaber
Kletter-Profi Jakob Schubert hat sein Olympia-Ticket bereits in der Tasche. Andere hängen noch in der Luft. - © apa/KVÖ/Liebhaber

Klettern: Am Montag hat Jakob Schubert bei der Kletter-WM in Hachioji (Japan) wieder für Aufsehen gesorgt. Der Tiroler, der bei diesen Titelkämpfen schon Boulder-Silber und Vorstieg-Bronze gewonnen hat, kletterte in der Qualifikation des Kombinationswettbewerbs mit einer sicheren Vorstellung auf den zweiten Platz. Das reicht, um bei den Tokio-Spielen fix im (aus Boulder, Vorstieg und Speed bestehenden) Allrounder-Bewerb mit dabei zu sein. Das WM-Finale der besten acht in der Kombination steigt am Mittwoch.

Kanu: Im Flachwasserbereich haben die Kanufahrerinnen Viktoria Schwarz/Ana Roxana Lehaci heuer alles dem Erreichen des Olympia-Quotenplatzes im Kajak-Zweier über 500 Meter untergeordnet. Bei der für sie am Donnerstag beginnenden WM in Szeged müssen sie dazu unter die besten sechs Nationen kommen. Um das letzte Olympiaticket für Europa ginge es noch in der kontinentalen Qualifikation im Mai 2020 in Račice. Im Weltcup war das Duo im Mai in Posen Neunte geworden und im Juni in Duisburg Sechste. Bei den Europaspielen in Minsk kamen sie auf Rang acht.

Segeln: Hier haben Tanja Frank/ Lorena Abicht mit Silber 2018 bei der WM vor Aarhus in der 49er-FX-Klasse und Thomas Zajac/Barbara Matz als Neunte in der gemischten Klasse Nacra 17 Foiling bereits Nationentickets geholt. Ihre Hoffnungen auf ein Olympia-Ticket vorerst begraben müssen die Segler in der 470er-Klasse: David Bargehr/Lukas Mähr sowie Nikolaus Kampelmühler/Thomas Czajka verpassten vor Enoshima die Top 26. Bargehr/Mähr bekommen 2020 beim Weltcup in Genua eine Chance auf ein letztes Olympiaticket. Hoffen dürfen auch die 49er mit David Hussl/Benjamin Bildstein und Co. Für sie muss bei der WM (im Dezember) oder bei der EM 2020 ein Erfolg her.

Schwimmen: Nicht mehr zittern muss Felix Auböck. Er hat Anfang August bei der Langbahn-Meisterschaft in Innsbruck das Olympialimit über 800 Meter Kraul geschafft. Davor hatte auch Marlene Kahler über 1500 Meter Kraul einen Quotenplatz erreicht. Im Freiwasser über zehn Kilometer ist David Brandl Österreichs einziger Tokio-Anwärter. Die erste Qualifikationschance beim WM-Bewerb in Gwangju (China) verpasste er. Weitere 14 Plätze werden bei einem Qualifikationsevent im Frühjahr in Fukuoka (Japan) vergeben.

Schießen: Bisher hat für Österreich nur Martin Strempfl (Luftgewehr) einen Nationenquotenplatz geholt. Franziska Peer, Olivia Hofmann, Sylvia Steiner und Alexander Schmirl scheiterten bei Weltcups und den Europaspielen jeweils nur knapp. Die nächsten Gelegenheiten haben sie heuer beim Weltcup in Rio de Janeiro und bei der EM in Bologna.

Triathlon: Beim Triathlon-Test auf dem Olympiakurs von 2020 hat Luis Knabl als Zwölfter die beste Platzierung eines Österreichers geholt und sich damit auch einen Platz bei den Sommerspielen in Tokio gesichert. Ebenso fix qualifiziert ist die Kärntnerin Lisa Perterer. Die 27-Jährige entschied mit Platz 21 die interne Ausscheidung der Österreicherinnen für sich.

Reiten: Um alles oder nichts ging es für die Reiter bei der laufenden EM in Rotterdam, allerdings verpasste das Dressur-Team den angepeilten Olympia-Platz als Zwölfter klar. Die vierfache Olympia-Teilnehmerin Victoria Max-Theurer hatte aus familiären Gründen verzichtet.