Es kracht zunehmend im olympischen Gebälk. IOC-Präsident Thomas Bach spielt in der Frage nach der Austragung der Olympischen Spiele 2020 in Tokio weiter auf Zeit. "Die Absage würde den olympischen Traum von 11.000 Athleten aus 206 Nationalen Olympischen Komitees und dem IOC-Flüchtlingsteam zerstören", sagte der 66-jährige Deutsche. "Eine solche Absage wäre die am wenigsten faire Lösung."

Der Widerspruch von Sportverbänden, wie jenem der US-Leichtathleten und -Schwimmer, die offen für eine Verschiebung einstehen, aber wird massiver. Olympische Komitees sind - mit Ausnahme etwa Norwegens - noch weitgehend auf IOC-Linie. Auch das Olympische und Paralympische Komitee der USA (USPOC) hält eine Absage der Spiele (24. Juli bis 9. August) offiziell für verfrüht.

Die Absage-Befürworter dürften aber das medizinische Fachpersonal mit im Boot haben. "Ich halte das für ausgeschlossen, dass wir in Tokio dieses Jahr die Olympischen Spiele austragen können", sagte etwa Virologe Alexander Kekule in der ARD-"Sportschau". In Japan stehe die "ganz große Welle" an Infizierten noch aus, eine Austragung sei unverantwortlich. "Es gibt für Viren quasi kein tolleres Fest als so eine Veranstaltung", betonte Kekule.

Brasiliens OK für Verschiebung

Das Brasilianische Olympische Komitee (COB) hat zur Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio um ein Jahr aufgerufen. In einer Erklärung am Samstag begründete das COB seine Position mit der Verschlimmerung der Pandemie und der daraus resultierenden Schwierigkeit der Athleten, ihr bestes Niveau aufrechtzuerhalten

Eishockey-WM in der Schweiz offiziell abgesagt

Der Eishockey-Weltverband IIHF hat am Samstag die Weltmeisterschaft in der Schweiz aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgesagt. "Es ist eine harsche Realität, die es für die Eishockey-Familie aber zu akzeptieren gilt", wurde Verbandspräsident Rene Fasel in einer Aussendung zitiert.

Ob die vom 8. bis 24. Mai angesetzten Titelkämpfe in Lausanne und Zürich nachgetragen werden, müsse zuerst im Kongress diskutiert werden, schrieb die IIHF. Bereits am Dienstag war die WM der Division I (Gruppe A) mit Österreich in Ljubljana (Slowenien) sowie jene der Division I (Gruppe B) in Kattowitz abgesagt worden.

(apa/dpa/reuters)