Es werden Olympische Spiele, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. Und das ist kein Versprechen, sondern eher eine Drohung. Denn der Eröffnung am 23. Juli und wohl auch sämtlichen anderen Bewerben sollen zum Beispiel aus Sicherheitsgründen keine Zuschauer aus dem Ausland beiwohnen. Selbst ob heimisches Publikum zugelassen wird, ist noch nicht ganz entschieden, auch wenn vieles darauf hindeutet. Selbst unter den Athleten gab es einiges Hin und Her, ob sie denn überhaupt angesichts der noch lange nicht ausgestandenen Corona-Pandemie überhaupt den Flug nach Japan wagen sollen.

Im Olympia-Austragungsland jedenfalls will die Regierung, die vehement an den Spielen festhält, offenbar den Ausnahmezustand, der in Tokio und mehreren Präfekturen am 20. Juni offiziell enden soll, in Form eines Quasi-Notstands bis zum Beginn der Sommerspiele aufrechterhalten. Zwar sind die Neuinfektionen in Tokio zuletzt zurückgegangen, die Behörden fürchten aber nach wie vor die Ausbreitung von Corona-Varianten und eine Überlastung der Krankenhäuser.

Unter den neuen Regeln dürfen Bars und Restaurants keinen Alkohol auszuschenken und müssen um 20 Uhr schließen. Auch im Olympischen Dorf in Tokio könnte der Konsum von Alkohol in den allgemein zugänglichen Bereichen verboten werden. Ein Alkoholverbot in den Zimmern der Aktiven wäre hingegen nicht möglich.

Ein nicht unwesentlicher Faktor für die weitere Vorgehensweise in Bezug auf die Sommerspiele in Tokio wird ein anderes sportliches Großereignis sein, das aktuell in Europa stattfindet: Die Veranstalter wollen nämlich auch Lehren aus der Fußball-EM ziehen, die bis 11. Juli an elf verschiedenen Spielorten - mit teils unterschiedlichen Corona-Regeln - ausgetragen wird.

"Es gibt keine Kritik,
die wir nicht prüfen"

"Wenn wir etwas aus der Euro lernen können, dann werden wir das in Betracht ziehen", betont Christophe Dubi, der für die Spiele zuständige Sportdirektor des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), sechs Wochen vor der geplanten Eröffnung. Und er versichert, dass man jede Warnung, auch jene von Ärzten und Wissenschaftern, ernst nehme: "Es gibt keine Kritik, die wir nicht prüfen und eine Antwort darauf finden."

Das IOC und die japanische Regierung werden jedenfalls nicht müde zu betonen, dass die Sommerspiele "sicher und geschützt" über die Bühne gehen werden. Auch, weil mehr als 80 Prozent der Athletinnen und Athleten bei ihrer Ankunft in Tokio geimpft sein werden.