Tokio ist nach den Worten des Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, der "am besten vorbereitete" Olympia-Gastgeber der Geschichte. Am Tag der Eröffnung des Athletendorfes in der japanischen Hauptstadt lobte Bach bei einem Treffen mit Japans Organisationschefin Seiko Hashimoto am Dienstag die Gastgeber für ihren "fantastischen Job bei den Vorbereitungen".

Dies sei umso bemerkenswerter angesichts der "schwierigen Umstände". Nach seiner dreitägigen Quarantäne nach Ankunft in Tokio war es das erste Mal, dass sich Bach mit Hashimoto persönlich traf. Beide saßen in Begleitung weiterer Funktionäre mit Abstand gegenüber voneinander mit Masken und durchsichtigen Plastiktrennwänden an den Tischen.
In den verbleibenden zehn Tagen bis zur Eröffnung der Spiele gebe es noch "viel Arbeit zu tun", sagte Bach. "Unsere Aufgabe ist erst abgeschlossen, wenn die Athleten Tokio verlassen haben." Japan könne aber schon jetzt "stolz" auf das bereits Erreichte sein, sgte Bach. Alle Beteiligten fühlten sich "wie Athleten".

In der Bevölkerung regiert weiter Skepsis

Die Bühne sei bereitet, jetzt gelte es, nach langen Vorbereitungen das "Beste zu zeigen". Gemeinsam wolle man für die Athleten weiter arbeiten, um diese Spiele und die Paralympics zu einem "schlagenden Erfolg für Tokio und die gesamte weltweite Olympische Bewegung zu machen", sagte Bach. Japans Bürger könnten darauf vertrauen, dass die Spiele dank strengster Maßnahmen für alle "sicher" sein werden.

Nicht alle sind sich da freilich so sicher. Die Bevölkerung steht der Veranstaltung weiterhin skeptisch gegenüber, und auch der wirtschaftliche Schaden dürfte immens werden. Nicht nur dass die Kosten durch von vornherein falsche Kalkulation und die Verschiebung um ein Jahr explodiert sind, trübt nun der Besucherbann in den Stadien weiterhin die Stimmung. Zudem gilt der Ausnahmezustand auch über die Olympischen Spiele hinaus. Nichts desto trotz werden in den kommenden Tagen die Athleten das Dorf beziehen - in der Hoffnung, die Bubble, in der es strenge Vorschriften gibt, in wenigen Wochen mit Medaillen verlassen zu können. (apa/dpa/art)