Einen Tag vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Tokio haben die Organisatoren zwölf weitere Corona-Fälle vermeldet. Wie das Organisationskomitee am Donnerstag bekannt gab, gehören zu den Betroffenen zwei Athletinnen, die in Japan im olympischen Dorf wohnen, nämlich eine tschechische Beachvolleyballspielerin und eine niederländische Taekwondo-Sportlerin. Insgesamt stieg die Zahl der positiven Tests, die seit dem 1. Juli ermittelt wurden, auf 87.

Bereits fünf Fälle im tschechischen Team

Im tschechischen Olympiateam gib es bereits fünf Covid-Fälle, darunter drei Aktive. Als letzte wurde die Beachvolleyballerin Marketa Nausch-Slukova positiv getestet. Auch ihr österreichischer Ehemann und Trainer Simon Nausch hatte bereits einen positiven Test abgegeben. Das Olympische Komitee Tschechiens leitete nun eine Untersuchung zu einem Charterflug ein, der Athleten aus Prag nach Tokio brachte. "Die Untersuchung wird sich darauf konzentrieren, ob alle Sicherheitsmaßnahmen gegen die Verbreitung von COVID-19 vor, während und nach dem Flug eingehalten wurden und ob einige Personen ihre Pflichten vernachlässigt haben", wurde mitgeteilt. Der erste Fall hatte, Medien zufolge, einen nicht geimpften Teamarzt betroffen.

Nausch-Slukova belegte bei den Olympischen Spielen 2012 in London den fünften Platz und liegt derzeit mit Barbora Hermannova auf Platz 16 der Weltrangliste. "Es ist furchtbar traurig für mich, dass Barbora und ich unsere Reise nach Tokio, die eigentlich ein Höhepunkt werden sollte, auf diese Weise abbrechen müssen", sagte Nausch-Slukova. Auch der Tischtennisspieler Pavel Sirucek und der Beachvolleyballer Ondrej Perusic wurden positiv getestet.

Statt Wettkampf nun zehn Tage Quarantäne

In der niederländischen Mannschaft wurde Taekwondo-Athletin Reshmie Oogink positiv auf COVID-19 getestet, ebenso wie ein Mitglied des Teampersonals. Beide haben eine 10-tägige Quarantäne begonnen. "Ich bin sprachlos", sagte die 31-jährige Oogink, die in der Kategorie über 67 kg antreten sollte. "Das ist das Ende meiner Karriere."

Oogink, 29. in der Olympia-Rangliste, ist die zweite positive getestete niederländische Olympia-Athletin, nachdem am Mittwoch bei der Skateboarderin Candy Jacobs das Virus festgestellt worden war. Der niederländische Delegationsleiter Pieter van den Hoogenband sagte, man tue alles, um Infektionen auf ein Minimum zu reduzieren.

Leichtathletik-Weltverband erkennt acht Startplätze ab

Neben dem Aufruhr um neue Corona-Fälle hat auch der Leichtathletik-Weltverband Schlagzeilen geschrieben: Er erkannte acht aktive Startplätze wegen Betrugs bei Qualifikationsleistungen ab.

Wie die Integritätskommission AIU von World Athletics am Donnerstag mitteilte, hatte sie 17 Empfehlungen zur Untersuchung von verdächtigen Qualifikationsleistungen für Tokio erhalten. Sie hätten 31 Athleten und fünf Staffeln aus 16 Ländern betroffen.

"Eine Reihe von Fällen wurde von der AIU zur weiteren Untersuchung identifiziert, um festzustellen, ob betrügerisches Verhalten im Spiel war", hieß es. Welche Leistungen oder Sportler davon betroffen sind, wurde nicht mitgeteilt. "Die Arbeit der AIU geht weit über Anti-Doping hinaus", sagte der AIU-Vorsitzende David Howman. "In der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2020 war unser Team damit beschäftigt, mögliche Fälle von Wettkampf-Manipulation zu identifizieren, zu analysieren und zu untersuchen." (apa/dpa/reuters)