Wenn Deutschland und Brasilien aufeinandertreffen, ist ein Kracher garantiert. Zumal beide Mannschaften nicht nur gegenseitige Revanche auf der To-do-Liste hatten, sondern auch bei Olympia eigentlich auch die jüngsten Niederlagen bei Fußball-EM beziehungsweise Copa América wettmachen wollen.

Den Auftrag erfüllt hat dabei die Seleção eindeutig besser: Brasiliens Olympia-Auswahl gewann im Auftaktschlager in Yokohama hochverdient 4:2 (Pausenstand: 3:0) gegen ein deutsches Team, das unter seinem neuen Trainer Stefan Kuntz nicht überzeugen konnte. Klare Worte dazu fand Außenverteidiger Benjamin Henrichs: "Was wir in der ersten Hälfte gemacht haben, war ein Witz." Man merkte, dass die DFB-Auswahl nicht eingespielt war.

Everton-Legionär Richarlison entschied die Partie mit einem Triple (7., 22., 30.) bereits früh für Brasilien. Die Südamerikaner, die sich zuletzt im Finale der Copa América Argentinien daheim geschlagen geben hatten müssen, wurden damit als einziger Titelfavorit diesem Status gerecht. Frankreich kassierte gegen Mexiko eine 1:4-Niederlage, Spanien spielte gegen Ägypten nur 0:0.

Nadiem Amiri (56.) und Ragnar Ache (83.) ließen die DFB-Auswahl zwar mit Anschlusstreffern in der zweiten Hälfte noch auf einen schmeichelhaften Punkt hoffen, Paulinho (94.) sorgte jedoch für die endgültige Entscheidung. Matheus Cunha hätte in der Nachspielzeit vor der Pause bereits auf 4:0 stellen können, scheiterte mit einem Hands-Elfmeter aber am deutschen Goalie Florian Müller. DFB-Kapitän Maximilian Arnold (62.) sah Gelb-Rot und wird im zweiten Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien am Sonntag fehlen. Brasilien ist dann gegen die Elfenbeinküste gefordert, die die Saudis mit 2:1 (1:1) schlug.

"Wir waren körperlich nicht auf der Höhe und hätten höher verlieren können"

Während Brasilien sich nun für das blamable 1:7 im WM-Halbfinale 2014 erneut revanchieren konnte, blieb den Deutschen die Revanche für das verlorene Olympia-Finale 2016 verwehrt. "Wir waren körperlich noch nicht auf der Höhe und hätten höher verlieren können", räumte DFB-Trainer Kuntz nach der  unfreiwilligen Lehrstunde ein. 

Spanien tat sich in Sapporo gegen Ägypten schwer, auch wenn das Team mit mehreren EM-Teilnehmern besetzt ist, darunter Jungstar Pedri vom FC Barcelona. Verteidiger Oscar Mingueza von Barca und Mittelfeldspieler Dani Ceballos von Real Madrid mussten allerdings schon in der ersten Halbzeit verletzt ausgewechselt werden. Nächster Gegner der Spanier ist am Sonntag die Auswahl Australiens. Die "Socceroos" überraschten mit einem 2:0 (1:0) gegen Argentinien.

Frankreichs Kicker mussten sich Mexiko in Chofu 1:4 (0:0) geschlagen geben. Alexis Vega (47.), Sebastian Cordova (54.), Uriel Antuna (80.) und Eduardo Aguirre (90.) trafen für die Mexikaner. Für Frankreich konnte Andre-Pierre Gignac per Foulelfmeter (69.) zwischenzeitlich nur verkürzen.

Die japanischen Hausherren erwischten hingegen einen Auftakt nach Maß. Der zukünftige Teamkollege von David Alaba bei Real Madrid, Tekefusa Kubo, entschied die Partie gegen Südafrika mit seinem Treffer in der 71. Minute, nächster Gegner ist am Sonntag Mexiko. (apa/dpa)