Wenn ein US-Basketballteam auf eine französische Auswahl trifft, dann sollte es eigentlich kaum einen Zweifel daran geben, wer am Ende als Sieger dastehen wird. Zumindest auf dem Papier. Dass sich die Praxis nicht immer an die Theorie und an Statistiken hält, beweisen unter anderem die Olympischen Spiele immer wieder einmal. So auch diesmal. Und so hat Frankreich die USA im olympischen Basketballturnier mit 83:76 besiegt - die erste Niederlage für den großen Goldfavoriten seit 17 Jahren.

Damals, im Olympia-Halbfinale 2004 in Athen, unterlag das US-Team den Argentiniern. Doch auch gegen Frankreich haben die USA in jüngerer Zeit bereits eine bittere Niederlage kassiert, und zwar bei der Basketball-WM 2019, als sie im Viertelfinale ausschieden. Die eigentlich nun bei Olympia geplante Revanche dafür ist nun ausgefallen.

Das mag freilich auch daran liegen, dass die USA - ebenso wie die Fußballnationalteams - nicht in Bestbesetzung zu Olympia antreten. Denn einige große NBA-Stars wie LeBropn James sind beim Weltranglisten ersten nicht im Olympia-Kader. Und Superstar Kevin Durant ist zwar dabei, er leistete sich jedoch früh viele Fouls und konnte danach nur noch dosiert eingesetzt werden. Dementsprechend waren die besten US-Werfer gegen die Franzosen - die der NBA-Profi Evan Fournier mit 28 Punkten zum verdienten Sieg führte - Jrue Holiday (18 Punkte) und Bam Adebayo (12 Punkte). 

Trotzdem hat die Mannschaft von Trainer Gregg Popovich große Ambitionen, gilt es doch nach 2008, 2012 und 2016 in Tokio das vierte Olympia-Gold en suite zu holen. Die Niederlage gegen Frankreich ist für die USA zwar bitte, angesichts der wieteren Vorrundengegner Iran und Tschechien sollte das Viertelfinale aber immer noch in Reichweite sein. 

Obwohl Zuschauer aufgrund der strengen Corona-Beschränkungen verboten sind, war die Haupttribüne mit Journalisten und Medienschaffenden auffällig gut gefüllt. Zu sehen bekamen sie zunächst konzentrierte Amerikaner, die sich in der ersten Hälfte souverän einen Vorsprung erspielten. Nach dem Seitenwechsel wurde Frankreich deutlich stärker und führte vor dem Schlussviertel 62:56. Das konnten die USA nicht mehr aufholen. "Es wäre vermessen, wenn man immer glaubt, dass die Amerikaner einfach so durch das Turnier gehen und gewinnen", sagte US-Trainer Popovich nach der Auftaktniederlage in Gruppe A. "Wir müssen genauso dafür arbeiten wie jeder andere. Und in diesen 40 Minuten haben sie einfach besser als wir gespielt." (apa/dpa)