Am Dienstag hat das Warten ein Ende: Die XVI. Paralympischen Spiele werden offiziell in Tokio eröffnet (13 Uhr/ORF 1). Für Natalija Eder und Günther Matzinger wird dies wohl ein ganz besonderer Abend werden, schließlich werden sie die österreichische Fahne tragen und das Team ins Kasumigaoka National Stadion führen.

"Das ist ein Höhepunkt in meiner Karriere", meinten die Speerwerferin und der Triathlet unisono. Besonders ist es ebenso für die Paralympics, denn die geänderte Genderpolitik des internationalen paralympischen Komitees macht es ab sofort möglich, dass beim Einmarsch der Nationen ein gemischtes Duo nun an der Spitze steht. Österreich wird als 31. Nation ins Stadion marschieren. Am Mittwoch findet nach dem Einmarsch der erste offizielle Wettkampftag statt. Mit dabei sind bereits vier der 24 österreichischen Athleten.

Krisztian Gardos, der in Rio 2016 Dritter wurde, startet ins Tischtennis-Turnier. Als Nummer sechs der Setzliste muss er einen der ersten zwei Plätze erreichen, um ins Viertelfinale einzuziehen. "Ich werde in der Gruppe also gegen einen der Top vier spielen. Chancenlos bin ich gegen keinen, aber die Nummer eins muss ich nicht unbedingt erwischen", so der Tiroler. Den Aufstieg ins Viertelfinale will Gardos definitiv erreichen, denn "wenn alles gut läuft, kann ich jeden schlagen". Dafür hat er sich auch gut vorbereitet, die Spielstile der Gegner analysiert und Rücksprache mit seinem Bruder Robert Gardos, welcher erst kürzlich an den Olympischen Spielen teilgenommen hat, gehalten.

Gut vorbereitet wird wohl auch Yvonne Marzinke sein. Sie wird als erste österreichische Athletin auf der Radbahn im 3.000-Meter-Verfolgungsrennen bei den Paralympics an den Start gehen. Die Österreicherin wohnt jedoch nicht im Olympischen Dorf, sondern im Laforet Shuzenji & Country Club, wo alle Radsport-Athleten untergebracht werden. Auf der Wettkampfstätte, dem Izu Velodrome, trainiert sie seit Freitag, schließlich konnte sie in Österreich aufgrund der schwierigen Situation nicht länger auf die Bahn . Nichtsdestotrotz hat sie ein klares Ziel: "Ich will mein Bestes abrufen und zeigen, was ich kann. Dann wird man ohnehin sehen, was herauskommt."

 

Paralympics-Debüt für Falk und Ernhofer

Im Schwimmen gibt es am Mittwoch gleich zwei Debüts: Janina Falk und Andreas Ernhofer. Sie beginnen mit dem Wettkampf über 100 Meter Delfin und 50 Meter Brust. "Es wird sicher etwas ganz Großes! Ich habe mich sehr gut vorbereitet und kann es nicht erwarten, endlich bei den Paralympischen Spielen zu schwimmen, noch dazu mit meinem Vorbild Andreas Onea", so Falk noch vor dem Abflug nach Tokio. Ernhofer und sie können auf die Erfahrung von Team-Leader Onea durchaus zurückgreifen. Der 29-Jährige hatte in Rio Bronze gewonnen und startet heuer in seine vierten Paralympics.

Die 16. Paralympics werden bis 5. September andauern. Bis dahin wird das paralympische Feuer, welches am 20. August in Tokio eingetroffen ist, brennen, bevor auch dieses wieder in Tokio erlischt. Die Chancen stehen für die Österreicher auch heuer wieder gut nach Rio. Das Team ist gut durchgemischt mit elf Debütanten und zehn Routiniers, die bereits in der Vergangenheit Medaillen erobern konnten. 2016 kamen die heimischen Athletinnen und Athleten mit neun Medaillen von Rio de Janeiro nach Hause, 2004 gewannen sie in Athen sogar 22, von welchen acht Goldmedaillen waren. Vielleicht regnet es auch heuer Gold, Silber und Bronze für die Österreicher in Tokio. Mögen die Paralympischen Spiele jedenfalls beginnen.