Zwei Rennen in zwei Tagen - nichts Ungewöhnliches für die alpinen Ski-Männer. Nach der Absage der Abfahrt am Sonntag in Yanqing wegen heftiger Windböen steigt der Kracher nun am Montag um 5 Uhr MEZ zwischen den beiden Riesentorlauf-Durchgängen der Frauen (2.30/7.30 Uhr MEZ). Dienstag folgt dann der Super-G. Die Verschiebung fand breiten Zuspruch. "Im Sinne der Fairness ist das sicher die richtige Entscheidung", sagte Weltmeister Vincent Kriechmayr.

Der Start war ursprünglich für 4 Uhr MEZ (Ortszeit 11 Uhr) angesetzt gewesen, um 6 Uhr kam man zum Entschluss, endgültig abzusagen. Die stundenweise Verschiebung sei tadellos in Ordnung gewesen, jeder habe sich darauf einstellen können, sagte der Oberösterreicher Kriechmayr. "Da ist keine Tragik dahinter, das ist für uns Abfahrer ein tägliches Brot."

Max Franz nützte die Wartezeit für ein "kleines Schläfchen", das sehr fein gewesen sei. "Sehr gut, dass darauf geschaut wird, dass es so fair wie möglich zugeht. Der Wind hat permanent gewechselt, da können schon gefährliche Sachen passieren." Der Kärntner hatte sich den Startplatz in der Qualifikation mit Otmar Striedinger gesichert. Die Chance bekommen zu haben, um die Medaillen mitzufahren sei "ganz was Großes".

Mit Kartenspielen vertrieb sich Daniel Hemetsberger die Wartezeit. Er wäre zu jeder Startzeit topfit gewesen, aß auch keine Snacks ("Deshalb habe ich schon ziemlich einen Hunger), weil er nicht wollte, dass ihm was in dem Magen liegt. "Müde wäre ich auch gewesen, aber dem kann man relativ leicht entgegenwirken, ich bin einfach ein paar Mal im kurzen Leiberl rausgegangen. Draußen ist es eh saukalt. Ein bisserl bewegen, dann haut es das Herzkreislaufsystem wieder in Schwung."

"Wollen kein unfaires Rennen"

Die Absage hieß auch er gut, er wolle auch nicht mit einer guten Fahrt zwei Sekunden zurückliegen, weil der Wind mitspielte. "Ein unfaires Rennen wollen wir nicht. Olympiasieger wird wahrscheinlich trotzdem einer von den fünf großen Jungs, die können das recht gut kompensieren. Aber wenn einer von denen eine Böe hat, ist das auch nicht fair."

Er glaube, man müsse sich darauf einstellen, meinte Matthias Mayer, dass es hier nie wirklich fair sein werde. "Aber der Wind muss zumindest so nachlassen, dass es nicht so gefährlich ist. Gestern war es gefährlich", sagte der Doppel-Olympiasieger, der wie der Norweger Aleksander Aamodt Kilde und der Südtiroler Christof Innerhofer im Abschlusstraining am Samstag über die Piste gegangen war, ehe nach drei Läufern wegen starker Windböen abgebrochen wurde.

Während des Laufes sei eine Riesenwand vor ihm aufgegangen, sagte Mayer über die Fahrt vom Samstag. "Genau über den Sprung, das könnte blöd ausgehen, ist es zum Glück nicht." Der Wind sei völlig unberechenbar und bis jetzt überhaupt nicht einzuschätzen.

"Wir haben Leute am Berg, die das analysieren. Wir haben eigene Wetterstationen, und es sind auch hier sehr gute. Aber der Wind kommt einmal von vorne, von hinten, von der Seite. Wir haben noch immer kein System rausgefunden. Er ist auf einmal da und wieder weg." (apa)