Als letzte nordische Sparte steigen die Kombinierer in die Olympischen Spiele ein. Der Normalschanzenbewerb macht am Mittwoch (9/12 Uhr MEZ) den Auftakt, und die Aussichten auf einen Medaillenzuwachs für Österreichs Team sind gut. Johannes Lamparter geht nicht nur als Weltcupführender und dreifacher Saisonsieger in die Konkurrenz, es fehlen zudem durchwegs wegen Corona Jarl Magnus Riiber, Kristjan Ilves sowie Eric Frenzel und Terence Weber. Besonders die Absenz Riibers lässt das Feld offen erscheinen. Der Weltcup-Titelverteidiger hat nach einer wochenlangen Wettkampfpause Ende Jänner beim Seefeld-Triple nach einem Auftaktsieg zwar auch für ihn ungewohnte Schwächen gezeigt, doch wäre er bei den Spielen in jedem Bewerb der zu schlagende Mann gewesen. Nun muss der Norsker wie seine Leidensgenossen auf das Einzel von der Großschanze sowie den Teambewerb hoffen. ÖSV-Coach Christoph Eugen entschied sich für das Quartett Lamparter, Franz-Josef Rehrl, Lukas Greiderer und Martin Fritz. Somit blieb Mario Seidl für diesen Bewerb auf der Strecke. Nur Rehrl war 2018 in Pyeongchang schon dabei, seine drei Kollegen sind Olympia-Debütanten. Und da setzt Eugen in seinem Vorausblick auch an. "Keiner von den drei hat einen Druck. Natürlich wollen wir aber um die Medaillen mitfighten. Wichtig ist, auf der Schanze gut reinzufinden".

Johannes Lamparter führt Österreichs Team an. - © afp / Christof Stache
Johannes Lamparter führt Österreichs Team an. - © afp / Christof Stache

Das hat im Training vor allem Rehrl geschafft. Der von einer Kreuzbandverletzung im Dezember in den Weltcup zurückgekehrte Steirer hat als Dritter von Klingenthal schon wieder einen Podestplatz erreicht und präsentierte sich im Training vor Ort bärenstark. Am Dienstag ließ der 28-Jährige den ersten Versuch aus, danach war er zweimal Erster. Eugen: "Franz-Josef traue ich alles zu. Man weiß, wenn es bei ihm um die Wurscht geht, dann ist er da." Lamparter ist aber fraglos der ÖOC-Athlet mit den besten Aussichten. "Ich möchte um die Medaille mitkämpfen", sagte der 20-Jährige. Von der Absenz von Riiber und Co. lässt er sich nicht beeindrucken: "Ich muss auf mich selbst schauen." Eugen formulierte es so: "Man kann nicht erwarten, dass Johannes alles zerreißen muss - er darf. Und mit der Einstellung muss er reingehen."