Michelle Gisin hat ihren Olympiasieg in der Alpinski-Kombination wiederholt. Die Titelverteidigerin aus der Schweiz fuhr am Donnerstag bei den Winterspielen in Peking von Platz zwölf in der Abfahrt mit Slalom-Bestzeit noch zum Sieg. Am Ende hatte Gisin gleich 1,05 Sekunden Vorsprung auf ihre Schweizer Landsfrau Wendy Holdener, Federica Brignone (ITA) holte Bronze. Das Österreich-Trio Katharina Huber, Christine Scheyer und Ramona Siebenhofer belegte die Plätze fünf bis sieben.

Scheyer war in Yanqing nach einer beachtlichen Bestzeit in der Abfahrt mit einer Hundertstel Vorsprung auf die Tschechin Ester Ledecka in den Slalom gegangen, in dem die Speed-Spezialistin aus Vorarlberg aber natürlich nur geringe Chancen hatte. Wesentlich bitterer war gleich danach die Vorstellung von Ramona Siebenhofer, die Platz drei aus der Abfahrt als Speed-Spezialistin und aber ordentliche Slalomfahrerin nicht verwerten konnte und nach nur 10. Slalom-Laufzeit am Ende Siebente bei gerade mal etwas mehr als 20 Starterinnen wurde.

Shiffrin eröffnete als Abfahrts-Fünfte und damit aussichtsreichste Kombiniererin den Kampf um die Medaillen, zudem auf dem anspruchsvollen Slalomkurs ihres US-Coaches Michael Day. Das China-Desaster setzte sich für die in Peking erfolglose Ausnahme-Skirennfahrerin aber fort. Sie begann in ihrer Parade-Disziplin früh zu patzen und taumelte dann regelrecht durch einige Tore, ehe sie zu Boden musste.

Damit war die Tür geöffnet für die Konkurrenz, die zudem vom Fehlen der verletzten Vizeweltmeisterin Petra Vlhova profitierte. Zunächst ging die nach der Abfahrt auf Platz acht liegende Brignone vor Ledecka und Scheyer in Führung. Dann setzte sich die Abfahrts-Elfte Holdener trotz einer Schrecksekunde souverän in Führung und fuhr damit Scheyer vom Podest.

Am Ende lag alles an Olympia-Titelverteidigerin Gisin, die aber als Halbzeit-Zwölfte aus einer Hundertstel Rückstand auf Holdener einen klaren Vorsprung von über einer Sekunde machte und damit ihren Olympiasieg von Pyeongchang 2018 wiederholte. Stark fuhr in der Entscheidung Huber. Der bei 3,26 Sekunden Rückstand nach der Abfahrt nur auf Platz 19 liegenden Niederösterreicherin gelang im Slalom die zweitbeste Zeit hinter Gisin, womit sie sich noch vor Scheyer und Siebenhofer zur besten Kombi-Österreicherin machte.