Sportler aus Russland und Weißrussland dürfen wegen des Ukraine-Krieges nun doch nicht an den am Freitag beginnenden Winter-Paralympics in Peking teilnehmen. Das gab das Internationale Paralympische Komitee (IPC) am Donnerstag bekannt und revidierte damit seine Entscheidung vom Vortag. Mehrere Verbände, Teams sowie Athleten hätten mit einem Boykott der Spiele gedroht, was wiederum die "Durchführbarkeit der Paralympischen Winterspiele" gefährdet hätte. Zudem eskaliere die Situation im Athletendorf, wodurch laut IPC-Angaben auch die Sicherheit der Athleten in den Fokus rücke. Am Mittwoch hatte das IPC beschlossen, russische und belarussische Sportler als neutrale Teilnehmer und unter paralympischer Flagge zuzulassen. Dies hatte große Empörung ausgelöst.

Der Druck hat die Verantwortlichen nun offenbar umdenken lassen. "Wir beim IPC sind fest davon überzeugt, dass Sport und Politik nicht vermischt werden sollten. Doch ohne eigenes Verschulden ist der Krieg zu diesen Spielen gekommen, und hinter den Kulissen nehmen viele Regierungen Einfluss auf unser geschätztes Ereignis", wurde IPC-Chef Andrew Parsons in der Mitteilung zitiert. Österreichs Paralympisches Komitee steht hinter der IPC-Entscheidung.

Aigners in Startlöchern

Indessen bereiten sich schon Österreichs Teilnehmer auf die Wettbewerbe vor. Das Gros des Team Austria in Peking besteht aus Alpinski-Athletinnen und -Athleten. Im Aufgebot, das vom 30-jährigen Routinier Markus Salcher bis hin zur erst 15-Jährigen Elina Stary reicht, sorgt vor allem die Familie Aigner aus Niederösterreich für reichlich Hoffnung auf Medaillen. Gleich vier Mal findet sich der Name Aigner auf den Paralympics-Startlisten.

Veronika Aigner (19) ist seit langem mit ihrer älteren Schwester und Guide Elisabeth (23) erfolgreich. Deren 16-jähriger und ebenfalls sehbeeinträchtigter Bruder Johannes lässt sich von Matteo Fleischmann führen. Der wiederum ist liiert mit Klara Sykora, Guide von Johannes’ Zwillingsschwester Barbara Aigner. Die Familie weiß sich auch zu vermarkten. "Drei Teams, ein Ziel", heißt es treffend auf der Website.