London.

Es ist eine Erfolgsgeschichte. Beachvolleyball und Olympia, das hat sich in der relativ kurzen gemeinsamen Geschichte als nahezu perfekte Kombination erwiesen. Seit 1996 ist die sandige Volleyball-Variante im olympischen Programm und hat sich in dieser Zeit vom Geheimtipp zum Fixpunkt entwickelt.

In London ist das nicht anders. Das temporäre Beachvolleyball-Stadion am gleichermaßen zentralen wie geschichtsträchtigen Horse Guards Parade erweist sich als Publikumsmagnet und Partyzone. Die 15.000 Plätze sind praktisch ständig besetzt, die historische Kulisse Londons ist beeindruckend, und auch die Sportler sind begeistert. "Das ist die mit Abstand schönste Location, die ich jemals gesehen habe", sagt etwa der nur um einen Punkt ausgeschiedene Clemens Doppler. Die Deutsche Sara Goller drückt es etwas salopper aus: "Das ist einfach supergeil!" Das mag zwar dem historischen Ambiente nicht ganz gerecht werden, es passt aber zu einer der wenigen jungen Sportarten bei Olympia.

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Um genau zu sein, vielleicht zur einzigen jungen Sportart, die im olympischen Ambiente tatsächlich funktioniert. Hier geben einander Eventisierung und sportliche Höchstleistungen völlig ungezwungen die Hand, die Sportart ist nicht nur in den olympischen Kernmärkten beliebt, und es sind tatsächlich die Stars der Szene dabei. Wobei der Inhalt - Stichwort Eventisierung - beim Beachvolleyball nicht so wichtig ist wie anderswo. Was zählt, ist die Verpackung.

Mit anderen jungen Sportarten, die dieser Maxime folgen, hat das Internationale Olympische Komitee so seine Probleme. Der jüngste Neuzugang im olympischen Programm, BMX, hat kommende Woche in London seinen zweiten Auftritt bei den Spielen nach 2008 in Peking. Medaillen werden in einem Rennen vergeben, das sich mit Ski- und Snowboard-Cross vergleichen lässt. Die großen Stars der Szene und Idole der Jugend, die Freestyle-Fahrer, die in der Halfpipe und abseits davon ihre Tricks zeigen, kommen jedoch nicht zu olympischen Ehren. Sie sind nicht im internationalen Radsportverband UCI organisiert und haben somit keine Chance auf eine Aufnahme ins Medaillenrennen.

Die Windsurfer, die auch einmal so etwas wie Trendsportler waren, müssen in London dagegen Abschied nehmen von den Olympischen Spielen. Ihr Bewerb soll 2016 in Rio durch eine andere Disziplin, das Kite-Surfen, ersetzt werden. Björn Dunkerbeck, einer der großen Windsurfer, hat auf seiner Homepage zum Unterzeichnen einer Petition zur Rettung des olympischen Status aufgerufen. In London ist er freilich nicht am Start, er surft nur auf der World Tour der Professional Windsurfers Association, die mit Olympia nichts am Hut hat. Große Namen fehlen in London im Surferfeld, im Segelrevier kämpfen Amateure um Medaillen. So wie einst Christoph Sieber, der 2000 in Sydney Olympia-Gold für Österreich holte.