Innsbruck. (may) Die Tiroler Bevölkerung sagte nein zu Olympia. Bei der Volksbefragung über eine Bewerbung für die Winterspiele 2026 stimmten am Sonntag 53,35 Prozent dagegen und 46,65 Prozent dafür. Dieses vorläufige Endergebnis kann von den 33.771 Wahlkarten, die erst am Montag ausgezählt werden, de facto nicht mehr umgeworfen werden, weil der Vorsprung an absoluten Stimmen mit gut 21.000 zu groß ist. Die Wahlbeteiligung war mit knapp 60 Prozent relativ hoch.

Insgesamt waren 536.817 Tiroler stimmberechtigt. Die an sie gestellte Frage lautete: "Soll das Land Tirol ein selbstbewusstes Angebot für nachhaltige, regional angepasste sowie wirtschaftlich und ökologisch vertretbare Olympische und Paralympische Winterspiele Innsbruck-Tirol 2026 legen?" Auch wenn das Ergebnis der Befragung verfassungsrechtlich nicht bindend ist, so hatte die Tiroler Landesregierung im Vorfeld versprochen, sich an das Ergebnis zu halten. Somit steht praktisch fest, dass sich Innsbruck und Tirol nach 1964 und 1976 kein weiteres Mal um Olympische Winterspiele bewerben werden.

Während sich die kleineren Gemeinden durchwegs im Pro-Lager positionierten (St. Anton, wo die Alpinbewerbe stattfinden sollten, sogar mit mehr als 85 Prozent), gab es in den Städten die gegenteilige Tendenz: In Innsbruck, wo bereits 1993 und 1997 eine mögliche Bewerbung am Volkswillen gescheitert war, fiel das Ergebnis mit 67 Prozent klar negativ aus. Auch die Bezirkshauptstädte Reutte, Kitzbühel, Lienz, Schwaz und Kufstein sprachen sich dagegen aus.

Lediglich im Tiroler Oberland gab es auch in manchen Städten ein Ja. So stimmten die Bezirkshauptstädte Landeck mit 54,62 Prozent und Imst mit 50,75 Prozent für eine Bewerbung. Auch drei der vier möglichen Austragungsorte - ohne Innsbruck - stimmten, teilweise mit großen Mehrheiten, dafür. Einzig die Gemeinde Silz, zu der der Skiort Kühtai gehört, wo die Snowboard-Bewerbe stattfinden sollten, war dagegen. In Hochfilzen votierten 80,71 Prozent der Bevölkerung für eine Bewerbung. Auch in St. Anton und Seefeld stimmten die Tiroler klar mit Ja.

Franz Klammers Triumph 1976


Es wird also nichts mit einem Dacapo rot-weiß-roter Heldentaten wie 1964 und 1976, wobei letztere Spiele sportlich gesehen mit nur sechs Medaillen - je zwei in allen Farben - eine Enttäuschung waren. Zumal es zwölf Jahre zuvor an selber Stelle gleich zwölf Mal Edelmetall (davon vier Mal Gold) geregnet hatte. Dennoch hat sich Olympia 1976 dank Franz Klammers Triumph in der Königsdisziplin Abfahrt so ins kollektive Gedächtnis eingebrannt, dass die Begriffe "Olympia, Innsbruck, 1976" als sporthistorische Sternstunde gelten.