Pyoengchang. Der Japaner Noriaki Kasai ist seit Donnerstag Rekord-Teilnehmer bei Olympischen Winterspielen. Mit einem Sprung auf 98 Meter in der Qualifikation startete der 45-jährige Japaner in Pyeongchang in seine insgesamt achten Spiele. Das hat zuvor noch kein Wintersportler geschafft. Kasai qualifizierte sich mit seinem Versuch für den Wettkampf von der Normalschanze am Samstag (13.30 Uhr/MEZ) und kämpft dort um seine vierte olympische Medaille. Erst vor vier Jahren in Sotschi hatte der Skisprung-Methusalem im Alter von 41 Jahren Silber im Einzel und Bronze mit der Mannschaft gewonnen.

Als Kasai das erste Mal bei den Olympischen Spielen mitsprang, war Österreichs Sprung-Star Stefan Kraft noch nicht auf der Welt. In der Alpensia-Arena landete der Weltmeister bei 102,5 Metern und damit auf dem fünften Rang. Der Deutsche Andreas Wellinger setzte sich am Donnerstag vor den beiden Polen Kamil Stoch und Dawid Kubacki sowie Landsmann Richard Freitag durch. Kraft verließ den Zielraum mit einem breiten Grinser. "Die Sprünge haben gut getan. Ich bin auch froh, dass ich die ganzen Trainings gemacht habe, jetzt glaube ich, schaut es ganz gut aus", sagte der 24-jährige Salzburger. Zu den ganz großen Favoriten zählt er sich trotzdem noch nicht. "Um eine Medaille will ich kämpfen, dafür bin ich da, das ist klar. Die Topfavoriten sind für mich trotzdem Wellinger, Stoch, Freitag. Sie springen konstant stark, ich habe halbwegs gute Sprünge runtergebracht und bin mal happy und hoffe, dass es am Samstag so weitergeht."

Locker gereicht hat es in der Qualifikation auch für die übrigen Österreicher, wenn sie gegenüber dem Training aber doch etwas abfielen. "Mit dem Training gestern ist es sehr gut losgegangen, heute war es nicht so gut. Das macht aber derweil nichts, zählen tut es übermorgen", erklärte der 27. in der Qualifikation, Manuel Fettner. Auch Michael Hayböck (26.) und Gregor Schlierenzauer (32.) ließen sich ob ihrer verpatzten Qualifikationssprünge nicht aus der Ruhe bringen. "Es ist jetzt in der Qualifikation zwar ein bisserl daneben gegangen, aber da mache ich mir keinen Kopf", meinte Hayböck. Schlierenzauer: "Ich habe das Rezept noch nicht ganz gefunden. Grundsätzlich ist es aber eine coole und lässige Schanze."