Österreichs Sportler nahmen Abschied von Olympia - am Dienstag folgt die Medaillenfeier in Salzburg. - © Kai Pfaffenbach/Reuters
Österreichs Sportler nahmen Abschied von Olympia - am Dienstag folgt die Medaillenfeier in Salzburg. - © Kai Pfaffenbach/Reuters

Pyeongchang. (art) "Annyeong Pyeongchang, Ni Hao, Peking" - die XXIII. Olympischen Winterspiele sind Geschichte, der Countdown für Olympia 2022 in Chinas Hauptstadt, die 14 Jahre nach den Sommerspielen 2008 erstmals auch Winterspiele ausrichtet, hat begonnen. Doch wenngleich Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Pyeongchang 2018 bei der Schlussfeier als "wegweisend für die Zukunft" bezeichnete, wird in vier Jahren wieder vieles anders sein. Im Gegensatz zu Pyeongchang, das sich von der Gigantomanie vergangener Zeiten abzugrenzen versuchte, wird in Peking Geld keine allzu große Rolle spielen. Alleine der Hochgeschwindigkeitszug, der die Hauptstadt mit der Wintersportregion verbinden wird, soll zehn Milliarden Euro kosten - beinahe so viel, wie in Südkorea insgesamt ausgegeben wurde. Auch deshalb will das IOC Bewerbern aus Europa eine Austragung der Spiele in Zukunft schmackhaft machen. Nachdem die Tiroler Bevölkerung sich im Oktober des Vorjahres gegen eine Kandidatur ausgesprochen hat, erwägen nun Schladming und Graz eine Kandidatur. Der Schladminger Gemeinderat hat sich zuletzt einstimmig dazu bekannt, in Graz wird im März abgestimmt. Allerdings steht hinter der Finanzierung derzeit ein großes Fragezeichen.

Auch ob Südkorea mittel- und langfristig von den Spielen profitiert, ist alles andere als ausgemacht. Dass sich abgesehen von den Eisbewerben die Wintersportbegeisterung in Grenzen hält, haben die weitgehend unbevölkerten Tribünen gezeigt - auch wenn das Zuschauerinteresse in der zweiten Woche angestiegen ist. Bach zog dennoch zufrieden Bilanz, den Sportlern, die der Schlusszeremonie beiwohnten - aus Österreich etwa 30 Athleten, angeführt von Rodlerin Madeleine Egle - rief der Deutsche zu: "Danke für eure Sportlichkeit, danke für euer Fairplay. Ihr habt gezeigt, dass Sport Brücken bauen kann." Tatsächlich haben sich die leisen Hoffnungen auf eine Annäherung zwischen den an und für sich verfeindeten Koreas fürs Erste erfüllt. Inwiefern die Bemühungen der Sport-Diplomatie, die etwa zum gemeinsamen Einmarsch nord- und südkoreanischer Athleten geführt haben, nachhaltig sein werden, muss sich aber erst noch herausstellen.

Eklat bei Siegerehrung


Ein weiterer Wermutstropfen waren die Dopingfälle. Dass zwei davon russische Athleten betroffen haben - einen Curler sowie eine Bobfahrerin -, wird das IOC noch länger beschäftigen. Es hatte das Russische Komitee wegen des Staatsdoping-Skandals suspendiert und 168 russischen Athleten nach Einzelfallprüfungen eine Teilnahme unter neutraler Flagge ermöglicht. Ursprünglich lautete der Plan, die Sanktionen noch vor der Schlussfeier aufzuheben - nach den Dopingfällen bleiben sie aber vorerst aufrecht. Wenn alle weiteren Tests negativ ausfallen, wird das Russische Komitee wieder vollwertig aufgenommen. Allerdings drohen den Russen weitere Strafen: Die Eishockey-Spieler hielten sich nach ihrem 4:3-Finalerfolg nach Verlängerung gegen Deutschland nämlich nicht an die Abmachung und stimmten während des Abspielens der Olympia-Hymne ihre eigene an, was ihnen eigentlich untersagt war.