• vom 30.01.2018, 17:35 Uhr

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  • Doping-Querelen und Streit mit Nordkorea werfen dunkle Schatten auf die Winterspiele.

IOC-Boss Thomas Bach hatte bei seiner Ankunft in Südkorea gut lachen. Noch.

IOC-Boss Thomas Bach hatte bei seiner Ankunft in Südkorea gut lachen. Noch.

Pyeongchang. (rel) Thomas Bach kommt aus dem Schwärmen nicht heraus. Zumindest blieb dem amtierenden Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) bei der Ankunft am Dienstag in Südkorea nicht viel anderes übrig, als gute Miene zu den am 9. Februar in Pyeongchang anlaufenden Winterspielen zu machen. Denn auch wenn der Deutsche über die "ausgezeichneten Berichte" bezüglich der Olympia-Vorbereitungen jubelte und die gemeinsame Teilnahme Nord- und Südkoreas - bei der Eröffnungsfeier oder auch im Damen-Eishockey - als Meilensteine pries, so konnte das Lob nicht über die bestehenden (und möglicherweise noch auftauchenden) Probleme bei diesen XXIII. Olympischen Winterspielen hinwegtäuschen.

Da wäre zum Beispiel das nach wie vor gegenwärtige Thema Doping. Hier hatte zu Wochenbeginn etwa die Meldung, dass die Urinprobe-Flaschen manipulierbar seien, für Verunsicherung gesorgt - mit der Folge, dass mehrere Experten die Aussetzung aller Wettkampf-Kontrollen bei den Spielen in Pyeongchang fordern, "um ein Rechtschaos zu vermeiden", wie es hieß. "Wenn irgendetwas unsicher ist, nehme ich das sofort vom Markt, wie in der Autoindustrie - da gibt es eine Rückrufaktion, bis das Auto wieder sicher ist", betonte etwa der deutsche Sportrechtler Michael Lehner am Dienstag. "Da ist es besser, ich mache keine Doping-Kontrollen und vertraue auf die Ehrlichkeit der Athleten."


Das würde auch Russland, das wegen Dopings von den Spielen ausgeschlossen wurde und daher nur saubere Athleten (unter neutraler Flagge) nach Südkorea entsenden darf, passen. Allen voran Präsident Wladimir Putin. Er fand am Dienstag zum jüngsten Vorwurf des russischen Whistleblowers Grigori Rodschenkow, wonach er Kenntnis über das Doping-Programm gehabt habe, deftige Worte und nannte Rodschenkow unter anderem einen "Idioten mit deutlichen Problemen". Darüber hinaus sei der Ausschluss Russlands ein "Angriff auf das Land" gewesen. Rückendeckung erhält Putin von russischen Sportlern, darunter Eisschnellläuferin Olga Graf. Die in Sachen Doping eigentlich als sauber eingestufte, zweifache Bronzegewinnerin von Sotschi hat aus Protest gegen die Sperre zahlreicher Kollegen überraschend ihre Olympia-Teilnahme abgesagt.

Zu den Doping-Querelen gesellt haben sich am Wochenende auch noch politische Verstimmungen zwischen Nord- und Südkorea. So hat Pjöngjang überraschend eine geplante gemeinsame Kulturveranstaltung zur Feier der bevorstehenden Spiele abgesagt. Wie eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in Seoul erklärte, habe die nordkoreanische Seite südkoreanischen Medien voreingenommene und "beleidigende" Berichterstattung über Nordkoreas Maßnahmen bezüglich Olympia vorgeworfen. Auch habe der Norden an südkoreanischen Berichten über "interne Veranstaltungen" in dem Land Anstoß genommen. Dass der ehemalige UN-Generalsekretär Ban Ki-moon in einem Interview "maximalen Sanktionsdruck" auf Nordkorea forderte, dürfte ebenfalls nicht gut angekommen sein.

Auch wenn die Austragung der Winterspiele letztlich an all dem nicht scheitern wird, so ist doch IOC-Boss Bach gewarnt - ebenso der Internationale Sportgerichtshof CAS. So hat das oberste Sportschiedsgericht am Dienstag für die Zeit der Olympischen Winterspiele zwei Büros in Pyeongchang geöffnet. Demnach soll hier eine Ad-hoc-Abteilung alle Rechtsstreitigkeiten, die während der Spiele entstehen, lösen und klären. Keine schlechte Idee.




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Dokument erstellt am 2018-01-30 17:38:24




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