• vom 09.02.2018, 17:27 Uhr

Sport


Doping

Keine Gnade für Viktor Ahn, Anton Schipulin und Co.




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    Pyeongchang/Moskau. Seit Freitagfrüh ist es amtlich. Einige der größten russischen Athleten bleiben von den Olympischen Winterspielen ausgeschlossen. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat die angestrengte Klage von 45 russischen Sportlern und zwei Betreuern nur wenige Stunden vor der Eröffnungsfeier zurückgewiesen und folglich das umstrittene Einladungs-Prozedere des IOC für rechtmäßig erklärt. Das Gremium hatte wegen des Doping-Skandals den Russen die Einladung verweigert.

    Die russische Föderation muss somit in Pyeongchang auf zahlreiche Größen wie den sechsfachen Shorttrack-Olympiasiger Viktor Ahn, Biathlon-Staffel-Olympiasieger Anton Schipulin, die Top-Ski-Langläufer Sergej Ustjugow und Ruslan Sacharow sowie Eiskunstlauf-Olympiasiegerin Xenia Stolbowa verzichten. Besonders bitter ist der Ausschluss für Ahn. Der gebürtige Südkoreaner hatte 2006 dreimal Gold für sein Heimatland geholt. Nach einem Streit mit dem südkoreanischen Verband hatte er die russische Staatsbürgerschaft angenommen und in Sotschi drei weitere Male Gold geholt. Sein Heimspiel fällt nun aus. Auch im Biathlon trifft es Russland. Bis auf den Mixed-Wettbewerb wird es erstmals keine russischen Staffeln bei den Männern und Frauen geben.


    An den Winterspielen teilnehmen dürfen insgesamt 168 russische Athleten. Diese dürfen allerdings bei den Olympischen Spielen weder ihre Nationalfarben tragen, noch werden sie ihre Nationalhymne zu hören bekommen. Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds, nannte die Entscheidung eine "hocherfreuliche Mitteilung". Damit bleibe "die Hoffnung, dass die Betrüger von Sotschi nicht in Pyeongchang erneut um Medaillen kämpfen", erklärte er.

    "Ungerechtes Urteil"
    In Moskau war die Entrüstung indessen am Freitag groß. "Wir prüfen weitere Schritte. So kann das nicht stehenbleiben", zürnte Vizeregierungschef Witali Mutko, und der russische Sportminister Pawel Kolobkow sprach von einem "ungerechten Urteil". Andere Politiker regten gar den Gang vor den Europäischen Menschenrechtsgerichtshof an und sprachen Rücktrittsforderungen an IOC-Chef Thomas Bach aus.

    Der Kreml bedauerte den Ausschluss der 45 Sportler. "Es versteht sich, dass wir unseren Athleten weiterhin helfen, ihre Rechte zu verteidigen", sagte Dmitri Peskow, der Sprecher von Russlands Präsident Wladimir Putin, am Freitag in Moskau.




    Schlagwörter

    Doping, Russland, Ausschluss, IOC

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    Dokument erstellt am 2018-02-09 17:32:17



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