• vom 12.02.2018, 17:34 Uhr

Olympische Spiele


Olympia

Nur nicht jammern




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Daniela Iraschko-Stolz war auch als Sechste zufrieden - Gold ging an Maren Lundby.



Pyeongchang. (art) Immerhin, ein Debakel wie bei den Herren blieb Österreichs Skispringerinnen bei ihrem Bewerb von der Normalschanze erspart - auf die erhoffte Medaille fehlte dann aber doch einiges. Daniela Iraschko-Stolz konnte dennoch mit ihrem Auftritt, der sie schließlich auf Rang sechs brachte, zufrieden sein. Alleine dass sie es nach ihren schweren Knieverletzungen überhaupt wieder zu den Olympischen Spielen und dort ins Spitzenfeld geschafft hatte, ist eine Leistung, mit der man vor wenigen Monaten noch nicht unbedingt gerechnet hatte. "Mit ein bisschen Glück hätte schon was drinnen sein können, aber dafür hätte schon alles passen müssen", sagte die Steirerin, die vor vier Jahren in Sotschi Silber gewonnen hatte. Ihre Teamkolleginnen Chiara Hölzl und Jacqueline Seifriedsberger belegten die Plätze elf und 13.

In Iraschko-Stolz’ Fall waren es letztlich fünf Springerinnen, die an diesem Tag um das Alzerl besser waren - allen voran die Norwegerin Maren Lundby, die sich vor der Deutschen Katharina Althaus und der Japanerin Sara Takanashi durchsetzte. Lundbys Goldmedaille kam jedenfalls alles andere als überraschend. Die 23-Jährige hatte nach Seriensiegen im Weltcup als absolute Favoritin gegolten, ehe sie mit einem Sturz im Abschlusstraining für eine Schrecksekunde sorgte. Im Bewerb selbst ließ sich Lundby, die bei ihrem Missgeschick unverletzt geblieben war, allerdings nichts anmerken. Mit Weiten auf 105,5 und 110,0 Meter war sie in beiden Durchgängen die Beste; Iraschko-Stolz kam auf 101,5 und 99,0 Meter. Am Ende fehlten ihr 17,9 Punkte auf Bronze. Jammern wollte sie keineswegs - auch, wenn die Bedingungen schwierig waren. "Meine Güte, die besten drei momentan haben es sich ausgemacht, deshalb war es fair. Es ist gar nicht so tragisch, die Entwicklung stimmt mich positiv, auch vom Knie her passt es. Ich darf nicht jammern", sagte Iraschko-Stolz.


Herren um Wiedergutmachung
Die Weltmeisterin von 2011 will den Anschluss an die Spitze schnellstmöglich wiederherstellen. "Ich denke, ich habe in ein paar Bereichen schon noch ein bisschen Potenzial, das werde ich in der Zukunft angehen, dann kann ich wieder ganz vorne mitmischen", betonte die Wahltirolerin. Ihre Teamkolleginnen hatten mit der Entscheidung nichts zu tun. "Zufrieden bin ich natürlich nicht. Ich hatte auch nicht so viel Glück, aber die Sprünge haben auch nicht 100-prozentig gepasst. Die Verhältnisse waren nicht einfach, aber wenn man gute Sprünge macht, kommt man sicher noch um einiges weiter", meinte Hölzl. Seifriedsberger war "eigentlich sehr zufrieden", wie sie sagte. "Ich habe im Wettkampf die besten Sprünge gemacht, ich bin froh, dass ich dabei gewesen bin", betonte die Oberösterreicherin, die mit ihren Teamkolleginnen am Mittwoch die Heimreise antritt.

Während für die Springerinnen die Olympischen Winterspiele nach nur einem Bewerb dann auch schon wieder vorbei sind, sind die Herren auf der Großschanze auf Wiedergutmachung aus. Die Niederlage auf der Normalschanze, auf der der Deutsche Andreas Wellinger zu Gold gesegelt war, hatte historische Ausmaße: Die Plätze 13 durch Stefan Kraft, 17 durch Michael Hayböck, 22 durch Gregor Schlierenzauer und 23 durch Manuel Fettner - das ergab in Summe das schlechteste Abschneiden bei einem Olympia-Bewerb auf der Normalschanze seit 46 Jahren. Am Donnerstag geht es nun mit dem Training auf der Großschanze weiter - bis dahin gilt es, die Köpfe frei zu bekommen und auf faire Bedingungen zu hoffen. Diese waren bei der Windlotterie im ersten Bewerb, der sich außerdem bis spät in die Nacht zog, nicht bei allen gegeben. Als Ausrede wollte dies aber niemand gelten lassen.

"Auf der Großen werden wir schauen, wie wir weitertun. Jetzt werden wir einmal zwei Tage nicht Skispringen", sagte Kraft, der im ersten Durchgang eine gute Leistung gezeigt hatte, im Finale aber zu viel riskiert hatte, unmittelbar nach dem Wettkampf. Auf dem Programm standen unter anderem Besuche bei anderen Sportarten, beim Biathlon und dem Rodeln, wo Schlierenzauers Cousine Hannah Prock antritt.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-02-12 17:38:25




Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Dujmovits zieht Karriere-Schlussstrich
  2. Zwischen Tabu und Sensibilisierung
  3. Österreich holt Silber
  4. Deutschland mit Sensationssieg über Kanada
  5. Goldene Versöhnung
Meistkommentiert
  1. Gallhuber holt Bronze
  2. Noriaki Kasai hat nicht genug
  3. Super-G-Gold für Matthias Mayer
  4. Hirscher deklassiert die Konkurrenz
  5. Positiver Doping-Test bringt Russen in Bedrängnis

Werbung



Werbung


Werbung