• vom 13.02.2018, 17:18 Uhr

Sport


Olympia 2018

Endlich Olympiasieger




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Von Christian Mayr

  • Marcel Hirscher vollendet in Pyeongchang mit dem Kombinations-Sieg seine perfekte Karriere: "Das große Ziel ist erreicht."


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Jeongseon. Nach den Plätzen fünf und vier in Vancouver, vier und zwei in Sotschi hat Marcel Hirscher bei den Winterspielen in Pyeongchang nun endlich den Olymp erklommen. Mit seinem Sieg in der alpinen Kombination holte sich der 28-jährige Salzburger am Dienstag gleich bei seinem ersten Einsatz in Südkorea die ersehnte Goldmedaille und vollendete damit seine perfekte Karriere: Nach sechs Gesamtweltcupsiegen und vier Einzel-WM-Titeln darf sich der Annaberger nunmehr auch Olympiasieger nennen. Womit Hirscher angesichts des immensen Druckabfalls ganz heiß für weitere Medaillen in seinen Paradedisziplinen Riesentorlauf (Sonntag) und Slalom (Donnerstag nächste Woche) ist. "Eigentlich könnte ich jetzt zusammenpacken und heimfahren. Aber keine Sorge, ich fahre nicht heim", meinte Hirscher augenzwinkernd.

Das Premierengold war für den Ski-Superstar freilich ein hartes Stück Arbeit: Wegen des starken Windes wurde die Abfahrt verkürzt und umgesetzt, mit der frühen Startnummer zwei erwischte er aber bei günstigem Wind einen Traumlauf und klassierte sich auf Rang zwölf - nur 1,32 Sekunden hinter dem Halbzeitführenden Thomas Dreßen. Just auf der auf ihn zugeschnittenen steilen und harten Slalompiste hatte der Seriensieger dann aber zu kämpfen, weil ihm im Schlussabschnitt eine Windbö beinahe gänzlich die Sicht raubte. "Ich dachte mir, jetzt cool bleiben. Lass die Ski einfach tun, was sie immer tun, und zieh ja nicht zurück. Es war schon schwierig", berichtete er nach dem dramatischen Moment, trotz dem er zur Laufbestzeit fuhr. Allerdings hätte ihn der nach ihm gestartete Top-Favorit Alexis Pinturault am letzten Hang beinahe noch abgefangen - mit 23 Hundertstel Rückstand holte sich der Franzose Silber; Bronze ging an dessen Landsmann Victor Muffat-Jeandet, der den Kärntner Marco Schwarz auf den undankbaren vierten Rang verwies.


"Schladming war wertvoller"
War Hirscher zunächst noch etwas verhalten im Jubel und sichtlich sauer, dass die Operation Kombinations-Gold durch diesen Witterungseinfluss zum Ritt auf der Rasierklinge mutierte, stellte sich bald ausgelassene Freude ein. "Das große Ziel, warum ich hierhergekommen bin, das habe ich definitiv für mich erreicht", meinte er, ehe er dann bei der Medaillenvergabe einen seiner emotionalsten Momente erlebte. Vor den Augen von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel, der an der Siegerehrung mitwirkte, erklomm Hirscher mit einem noch kräftigeren Luftsprung als zwei Tage davor Rodel-Olympiasieger David Gleirscher das oberste Stockerl. "Saucool, dass das jetzt funktioniert hat. Unbeschreiblich." Einziger Wermutstropfen war dabei, dass er gerne in seiner Lederhose angetreten wäre - doch die hatte er daheim vergessen: "Das ist das Einzige, das nicht aufgegangen ist", scherzte er.

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Dokument erstellt am 2018-02-13 17:23:23



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