Yongpyong. Am Donnerstag erfolgt als Klammer zur Abfahrt der Herren der nächste Versuch, den wegen Windes abgesagten Riesentorlauf der Damen bei Olympia (2/5.45 Uhr) über die Bühne zu bekommen. Vorbehaltlich des Slaloms Mittwochnacht (nach Redaktionsschluss) sind in Yongpyong die Favoritinnen mit Viktoria Rebensburg, Tessa Worley sowie Mikaela Shiffrin dieselben. Für die ÖSV-Damen wiederum ist der Riesentorlauf vor allem in einer Hinsicht ein blinder Fleck. Neun Riesentorlauf-Medaillen hat es für sie bei Olympia schon gegeben, Gold war noch nie dabei. So viel Edelmetall in einer einzigen Disziplin ohne Gold, das findet im Skisport keinen Vergleich. Nur die kanadischen Eiskunstlauf-Herren haben eine gleiche Bilanz. Dementsprechend viel steht daher auch statistisch auf dem Spiel. Bei einem Triumph wäre Österreich das erste Land, das bei Herren und Damen in allen Skisport-Individualdisziplinen Olympia-Gold geholt hätte.

Dies hätte durchaus schon vor vier Jahren passieren können. Anna Veith, damals noch Anna Fenninger und in Hochform fahrend, verpasste Gold in Sotschi um sieben Hundertstel hinter Tina Maze. Viktoria Rebensburg holte damals Bronze. Diesmal ist die Deutsche eine der Topfavoritinnen und bei ihren letzten Spielen auf das zweite Gold nach Vancouver 2010 aus. Schafft sie das, wäre sie die zweite nach der Italienerin Deborah Compagnoni (1994, 1998) mit zwei Goldenen im Riesentorlauf.

Hoffen auf Stephanie Brunner


Im ÖSV-Lager sind die Aussichten auf Riesentorlauf-Gold nicht sehr hoch. Seit Eva-Maria Brems letztem Sieg im März 2016 hat es im Weltcup nicht einmal mehr einen Stockerlplatz gegeben. Das ist einerseits den schweren Verletzungen von Brem beziehungsweise Veith geschuldet. Stephanie Brunner wäre eine potenzielle Nachfolgerin, ist bisher aber über jeweils drei vierte und fünfte Plätze nicht hinausgekommen.