• vom 13.02.2018, 17:26 Uhr

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Alpine Kombination

Nationale Schrecksekunde




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  • Abfahrer Matthias Mayer kam im Kombinations-Slalom zu Sturz. Der ÖSV gibt Entwarnung.

Matthias Mayer zog sich eine Hüft-Blessur zu. - © reuters

Matthias Mayer zog sich eine Hüft-Blessur zu. © reuters

Pyeongchang. (rel) Ein Einfädler kann schlimme Folgen haben. Für einen Speed-Routinier vielleicht mehr noch als für einen geübten Slalom-Fahrer. Diese schmerzhafte Erfahrung musste am Dienstag ausgerechnet Österreichs Abfahrer-König und Olympiasieger von Sotschi 2014, Matthias Mayer, im alpinen Kombinationsbewerb machen. Der Kärntner fädelte im Slalom nur kurz nach der ersten Zwischenzeit ein, fiel auf das Becken und rutschte mit hoher Geschwindigkeit aus der Piste, wobei er neben einem Streckenposten auch noch einen Bohrer, der für die Anbringung der Torstangen verwendet wird, mitnahm. Wie heftig der Crash war, zeigt auch die Tatsache, dass das Arbeitsgerät durch den harten Aufprall auseinanderbrach. Zwar war Mayer sofort wieder auf den Beinen, allerdings zog er sich einen schmerzhaften Bluterguss an der Hüfte zu und wurde umgehend von seinem Physiotherapeut Mario Schlattinger behandelt. Der ÖSV gab nach einer ersten Diagnose Entwarnung, es sei nichts gebrochen, hieß es.

Damit dürfte Mayers Start bei der Abfahrt am Donnerstag sowie beim Super G am Freitag (beide 3Uhr/ORFeins) nicht ernsthaft gefährdet sein. Für die kommenden Speed-Rennen ist der Österreicher - wie auch sein ebenfalls im Slalom ausgeschiedener Teamkollege Vincent Kriechmayr - nach der Kombinations-Abfahrt dennoch gewarnt. Dass er hier hinter Thomas Dreßen und Aksel Lund Svindal Platz drei belegte, hatte aber laut Mayer zwei Gründe. Zum einen sei ein Sprung zu hoch verlaufen, habe er zu hohen Druck an der Kante gehabt, weswegen es ihn weggeschleudert habe, erklärte der Skirennläufer. Und zum anderen seien die Windverhältnisse nicht ideal gewesen. "Ich wäre lieber ganz vorne gewesen, du musst halt Glück haben, dass du den Wind gut erwischt."


"Wir wollen ein faires Rennen"
Starker Wind war auch dafür verantwortlich gewesen, dass die Abfahrt am Sonntag einige Tage verschoben werden musste. Ob die Wetterbedingungen am Donnerstag einen Start - oder zumindest auf verkürzter Strecke wie in der Kombination - zulassen, ist noch nicht abzusehen. Am Sonntag hatte Mayer die Verschiebung wegen des sehr böigen Windes jedenfalls noch gut geheißen. "Bei Großereignissen ist es natürlich so, dass man bei Schlechtwetter einfach flexibel bleiben muss", meinte er. Auch Hannes Reichelt, der erneut gemeinsam mit Kriechmayr, Mayer und Max Franz vom ÖSV nominiert ist, hatte betont: "Wir wollen ein faires Rennen, deshalb glaube ich, ist es okay."

Was die Abfahrt selbst betrifft, so dürften die Speed-Asse zumindest nicht wirklich ins Schwitzen kommen. Schwierigkeitsgrad und Geschwindigkeit halten sich angesichts der geringen Streckenlänge und des stumpfen und aggressiven Schnees ziemlich in Grenzen, dafür werden fehlerfreies Durchkommen und die perfekte Materialabstimmung eine große Rolle spielen. "Es braucht eine saubere und exakte Fahrt von oben bis unten, wie in einem Guss. Und du musst schauen, dass du Tempo machst. Ein Fehler wird dir hier herunter nicht erlaubt", sagte Kriechmayr. Das wird auch Mayer so sehen.




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Dokument erstellt am 2018-02-13 17:32:28



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